Review

Gene Hackman macht ungebremst weiter

"Popeye" Doyle (Gene Hackman) wird vier Jahre nach Friedkins großem Erfolg „The French Connection" doch noch die Möglichkeit gegeben, seinen Gegenspieler final zur Strecke zu bringen. Bei einem solchen Unterfangen kann viel schiefgehen, denn der Vorläufer war stilbildend für das Subgenre des Cop-Krimis. Jedoch funktioniert in „French Connection 2" vieles besser als erwartet. 


20th Century Fox übergab das Projekt John Frankenheimer, der bereits über große Erfahrungen mit dem Inszenieren harter Krimikost verfügte. Und Frankenheimer war klug genug, die Figuren in den Mittelpunkt dieser Fortsetzung zu stellen, wodurch zu keiner Zeit der Eindruck entsteht, man würde lediglich Elemente extrahieren und überhöhen. Teilweise kommt „French Connection 2" sogar etwas bedachter und ruhiger als der erste Teil daher. Besonders die Episode um den in die Heroinsucht gezwungenen Ermittler wird dabei oft als Manko gesehen und ihr wird Langatmigkeit unterstellt. Das habe ich so nicht wahrgenommen, aber dennoch geht man hier den Weg der eher künstlich wirkenden Dramaturgie, um Helden und Antagonisten direkter zu konfrontieren. Dazu wird auch der Fokus erweitert und wir erleben Charnier und seine Organisation etwas genauer bei ihren verbrecherischen Unternehmungen, wodurch die Erzählung hier insgesamt konventioneller daherkommt. Die Idee, den Ermittler, der ansonsten damit beschäftigt ist, die Welt, aus der er selbst kommt, gegen alle Unmöglichkeiten im Gleichgewicht zu halten, nun in eine ihm vollkommen fremde Welt zu platzieren, bietet als Ausgangslage genug Abwechslung. 

Doyle ist mehr denn je auf sich allein gestellt, fremdelt mit seiner Umgebung und seinen französischen Kollegen, bleibt aber der Getriebene, der um jeden Preis Charnier dingfest machen will.  Die persönliche Rache bietet hier ein zusätzliches Element, das am Ende dann auch voll ausgespielt wird. Das letzte Drittel des Films dreht dann auf und es gibt mit dem brennenden Hotel und der Schießerei im Trockendock ziemlich was auf die Mütze. Tatsächlich packen aber gerade die letzten fünf Minuten am meisten, wenn es erneut zu einer Verfolgung zu Fuß kommt, die sehr fesselnd inszeniert wurde. Die subjektive Kamera beim Überspringen von Zäunen ist dabei eine technische Raffinesse, die gewissermaßen den Ego-Shooter kopiert, bevor es ihn überhaupt gegeben hat.  

Erneut möchte ich den Score von Don Ellis hervorheben, der einmal mehr extrem atmosphärisch aber zurückhaltend den Film unterstützt. Nicht zuletzt die Musik macht es möglich, auch fast 50 Jahre nach seiner Entstehung „French Connection 2" als modern wirkenden Thriller wahrzunehmen.  


Fazit 

Frankenheimer und seinem Team ist eine mehr als brauchbare Fortsetzung gelungen, die die Geschichte aus dem Vorgänger konsequent und nachvollziehbar weiterspinnt. Hier und da setzt „French Connection 2" eigene Akzente, bleibt aber auch in Teilen der Machart des Vorgängers treu, ohne aber dessen treibenden Puls zu erreichen. Besonders in der Mitte bedient man sich eines erzählerischen Kunstgriffs, der das Tempo ordentlich drosselt. Die darstellerische Leistung, allem voran von Gene Hackman, fängt das für mich aber auf.     

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