In den Neunzigern wäre ein Actionfilm mit Wesley Snipes ein Garant für unterhaltsame Kost gewesen, doch spätestens mit dem Gang in den Bau ist es zwangsläufig ruhiger um ihn geworden. Auch mit der von Kiss-Gitarrist Gene Simmons und der WWE mitproduzierten Mixtur aus Sci-Fi, Horror und Action dürfte sich sein Renommee kaum verbessern.
Nachdem eine Einheit in der Militärbasis eines ehemaligen Gefängnisses nicht mehr antwortet, wird dorthin eine Sondertruppe um Chef Isaac (Snipes) und Programmierer Gabriel (Dave Annable) beordert. Offenbar hat sich das Computersystem „Temple“ verselbstständig, denn kurz nach ihrer Ankunft werden dem Team sämtliche Ausgänge versperrt…
Eigentlich müsste ein Regisseur wie John Stockwell, der bereits vor und hinter der Kamera Erfahrungen sammeln konnte und eine Handvoll passabler Filme ablieferte, aus dem FF eine klaustrophobische Atmosphäre erzeugen können. Doch die Lokalität des Gefängnisses kommt reichlich austauschbar und oftmals schwach ausgeleuchtet daher, zudem ist eine wirkliche Bedrohung lange Zeit nicht greifbar, mal abgesehen vom Aufspüren eines afghanischen Generals.
Stattdessen werden minutenlang Räumlichkeiten abgesucht und würde nicht zwischenzeitlich ein „gesichert!“ erklingen, wäre Tiefschlaf die logische Konsequenz. Figurentechnisch ist ebenfalls wenig Potential vorhanden, obgleich Gabriel das Trauma einer verunglückten Tochter auf den Weg gegeben wird und Wrestler Seth Rollins zumindest zweimal aufbrausend werden und sich später mit Anne Heche kloppen darf, welche letztlich genauso gelangweilt performt wie Snipes.
Ab dem Mittelteil kommt zumindest ein wenig mehr Tempo auf und mit herausgerissenen Armen, einer verkohlten Leiche und einem zertrümmerten Schädel werden ein paar Gewalteinlagen eingebaut. Bei kleinen Streifschüssen wird indes auf CGI gesetzt, was nicht zu überzeugen vermag.
Gleiches gilt für das eklatanteste Manko: Das Drehbuch. Die Geschichte lässt schlichtweg zu wenig Spannung aufkommen, es kümmert sich weder um Hintergründe oder Erklärungen und selbst zum Finale, als es zu kurzen paranormalen Erscheinungen kommt, ist dies nicht allein durch ein autonom agierendes System zu erklären. Die dazugehörigen Effekte sehen okay aus, Überblendungen aus Überwachungsmaterial und Rückblenden auch, doch darüber hinaus ermüdet die Chose recht früh.
Die Mimen und ihre zähen Dialoge steuern ebenfalls nicht zum Unterhaltungswert bei, einzig Annable versucht einige Nuancen unterzubringen. Der Score dudelt unbedeutend im Hintergrund, während die Atmosphäre der düsteren Räumlichkeiten nur selten zündet.
Dabei wird alles derart ernst vorgetragen, dass noch nicht einmal ein Schmunzler für Trashfreunde übrig bleibt.
3 von 10