Review

Ritter Rost und die Schwafelrunde

Im fünften (und wahrscheinlich letzten) Teil der (Haupt-)Transformers-Reihe, treibt es Macher Michael Bay endgültig an allen Fronten auf die Spitze. Was, wer die Reihe verfolgt hat, eher Drohung als Lob ist. Die Geschichte der variablen Riesenrobotern wird einmal mehr umgemodelt und neu verfasst, diesmal mit der Arthussage verbunden und zu einer großen, explosiven Brühe verrührt. Die Action bedroht mehr denn je die ganze Welt, sogar zwei. Als nächstes müsste dann eigentlich das ganze Universum dran sein. Geht ja nicht anders. Mark Wahlberg ist immer noch dabei und hat sichtlich mehr Fun an seiner Rolle und dem Blockbuster-Schmarn als im Vorgänger. Er darf sogar mit dem Schwert den Schlag eines Transformers blocken - was eigentlich schon alles erklären dürfte. Wahnsinn. Im Quadrat.

"Transformers - The Last Knight" hat ein paar Waffen im Köcher, die ihn für mich immerhin ins Mittelfeld des totgelaufenen Franchises hieven. 1) Die Optik. Ok, der dauernde Formatwechsel ist bildgewordener Brechreiz, doch wenn die IMAX-Bilder aufgehen, dann tun sie das brachial und unvergleichlich. Kaum eine andere Saga profitiert wohl mehr von diesem beeindruckenden Format. Am besten auf der 4K-Blu-ray zu genießen. 2) Anthony Hopkins, der scheinbar die Zeit seines Lebens hatte, und sein blecherner Butler. 3) Die pornöse Autoshow, doch das ist in der Reihe ja nichts Neues. 4) Optimus Prime goes crazy und kämpft sogar ziemlich ernsthaft gegen Bumblebee. Das ist stark, da die beiden die einzigen Konstanten in der Reihe sind. Ebenso hat ein Move des Autobot-Chefs bei mir Gänsehaut ausgelöst, als er mehrere böse Maschinen mit einem einzigen mächtigen Schwinger einen Kopf kleiner macht. Das kann kein anderer. Außerdem hält er gute Motivationsreden.

Kommen wir nun zu den Dingen, die mir übel aufstoßen. Zum Teil in der kompletten Reihe. Und die wiegen wesentlich schwerer als kleine, spektakuläre Hoffnungsschimmer. 1) Die Action ist oft noch immer unübersichtlich und nicht greifbar. 2) Fast alle Figuren sind einem egal. Tutti kompletti. 3) Die Geschichte ist nicht mehr einen Hauch ernst zu nehmen und nur noch purer Trash. 4) Die Witze setzen den Cringefaktor auf unendlich. 5) Man verliert den Überblick, nicht nur in Kämpfen, sondern auch wer gegen wen und warum kämpft. 6) Das komplette Grundgerüst übernimmt sich, wiederholt sich, hat sich abgenutzt. 7) Eine Seele, das was uns Menschen mit den Transformern verbinden sollte, ist schon lange abgestorben. 8) Der erwähnte dreifache, fast sekündliche Formatwechsel ist nervig. Nett ausgedrückt. 9) Bekannte Charaktere aus den Vorgängern werden verheizt. 10) Der Nebenstrang mit dem Waisenmädchen ist ganz übel. All das macht mir Kopfweh und die Reihe sowie den letzten Krieger für mich zu einem Nobelkrampf, der seine Optik und State-of-the-Art-Effekte nicht verdient hat. Und für einen trashigen Hatewatch verlangt man einem viel zu viel Geduld ab.

Fazit: und endlich ist die (Haupt-)Reihe zu Ende... "Transformers 5" ist eine Hohlbombe voller Unsinn und Quatsch, voller WTF?! und Oh No. Hochglanzmüll, der einem trotz aller animierter Schönheit in den Augen und im Herzen weh tut. Selten war Aa derart (möchtegern-)episch. "Bumblebee" kann eigentlich nur besser werden. 

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