Nach uns die Sintflut ist, wenn das Eis in Grönland und der Antarktis weiterhin schmilzt, der Meeresspiegel auf über 60 Meter steigt, woraufhin weite Teile Norddeutschlands komplett unter Wasser lägen. Regisseur und Autor Adam Lipsius hat das Szenario mal ein wenig beschleunigt, etwas globaler skizziert und natürlich auf die Weltretter fokussiert. Allerdings nicht sonderlich ansprechend.
Geologe Josh sieht das Ende kommen, nachdem mehrere Tsunamis tobten und weite Teile der Erde unter Wasser stehen. Doch sein Vorschlag für eine Gegenmaßnahme wird abgelehnt, woraufhin er den Dienst quittiert und an einer kleinen Arche bastelt. Drei Jahre später sind er, Ehefrau Pam und einige andere Überlebende von jenem Boot abhängig…
Kooperationen von SyFy und Asylum haben schon unterhaltsamen Trash wie die „Sharknado“- Reihe hervorgebracht, doch Lipsius scheitert bereits an den grundlegenden Zutaten wie passable Effekte und brauchbare Darsteller. Selbst die Figuren fallen fast durch die Bank als unsympathische Zeitgenossen auf, diverse Streits bestärken dies und bei den Dialogen entsteht oftmals der Eindruck, als kommunizierten betrunkene Viertklässler, was die hohle Synchro natürlich verstärkt.
Gute Effekte könnten derartige Mankos kaschieren, doch der Streifen fährt latent auf Sparflamme, klammert globale Konsequenzen komplett aus und deutet lediglich eine Riesenwelle an. Als sich Joshs Arche den aus dem Wasser ragenden Überresten einer Stadt nähert, schaut dies anfänglich noch überzeugend aus, doch bei genauerem Hinsehen entdeckt man einige architektonische Unzulänglichkeiten. Gleiches gilt für das Boot auf dem tosenden Meer, da es sich um eine deutlich als Miniatur erkennbare Kopie handelt.
Um die übrigen Tricks ist es kaum besser bestellt, denn die Folgen eines Stromschlags sehen eher ungelenk aus, einige Hautverbrennungen wurden per Make-up hingegen recht überzeugend gestaltet. Derweil fällt der Score rein gar nicht auf, ab und an wackelt die Kamera etwas zu sehr und erzeugt ein wenig Seekrankheit, während die finalen Effekte in Form einer Ionenspirale okay gestaltet sind.
Hilft jedoch nichts, wenn die Überlebenden einer Apokalypse dermaßen unsympathische Spezies sind, dass die Erde nach wenigen Jahren wahrscheinlich wieder zum Untergang verurteilt ist und Katastrophenszenarios so ausfallen, als sei ein Kinderzimmer geflutet worden. Auch mit überaus geringer Erwatungshaltung ein recht minimalistisch ausgefallenes Werk, welches zu oft am Thema vorbei segelt, um überhaupt Kurzweil, geschweige denn Spannung zu erzeugen.
3 von 10