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Da hat der deutsche Verleih mal schnell eine Querverbindung zu „Taken“ mit Liam Neeson herzuleiten versucht und ganz so unähnlich sind sich die Streifen von der Thematik her nicht. Allerdings geht Autor und Regisseur Howard J. Ford mit geringeren finanziellen Mitteln und weniger Bombast an die Sache heran, was der Spannung jedoch keinen Abbruch tut.

FBI-Agentin Lisa (Angela Dixon) versucht am Strand von Marrakesch mit ihrer kleinen Tochter zu entspannen, als diese entführt wird. Getrieben von Panik hetzt die Mutter durch die Straßen und ist den Tätern dicht auf der Spur, als die Polizei sie aufzuhalten versucht und schon rasch an der Existenz eines Kindes zweifelt. Lisa ist auf sich allein gestellt…

Die Handlung steigt direkt mit der Entführung eines Kindes ein, welches aus dem Haus ihrer Eltern entführt wird, welche im Verlauf der Handlung noch einmal mitwirken. Ansonsten ist Lisa der Dreh – und Angelpunkt der Geschichte, welche nur ein Motto verfolgt: Die verzweifelte und rastlose Suche nach dem Kind, quer über Dächer und enge Gassen, über Felsen und Marktplätze, Privatwohnungen und Hotelzimmer. Bereits nach zwanzig Minuten ist die Vorgeschichte erzählt, ab da geht es relativ flott zur Sache. Lediglich ein, zwei Flashbacks und ein Nebenhandlungsstrang fernab von Marokko lassen kurze Verschnaufpausen zu.

Leider nimmt man Angela Dixon die Figur der durchtrainierten Agentin nur bedingt ab, denn rein körperlich wirkt sie nicht übermäßig austrainiert, während bei den wenigen Fights ein wenig kameratechnisch gemauschelt wurde, denn in der Totalen findet da nichts statt.
Ansonsten ist die Kamera jedoch meistens auf Höhe des Geschehens, bei einigen Verfolgungen ist eine ordentliche Dynamik im Spiel, nur ab und an geraten die Schnitte ein wenig zu hektisch.

So wird mal eben eine Polizeicrew auseinander genommen, ein Tattoo am Hals könnte Aufschluss geben, lediglich eine Beamtin glaubt an die Unschuld der Mutter, während nach einem Mord ein Komplott im Raum steht. Der eine oder andere Twist ist zwar erahnbar und zum Finale wird es eine Spur zu pathetisch, doch in Sachen Spannung bietet der Thriller ein solides Maß, wodurch Genrefreunde bei zurückhaltender Erwartung nicht sonderlich enttäuscht werden dürften.
6,5 von 10

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