Martin Tupper geht bereits auf die 40 zu und verdient seinen Lebensunterhalt als Verleger von schlechten Romanen. Er steht kurz vor der Scheidung von seiner Frau Judith und versucht sich stets mehr oder weniger erfolgreich vor der endgültigen Unterschrift zu drücken. Sein elfjähriger Sohn Jeremy betrachtet die familiäre Krise allerdings weitaus gelassener und ruhiger als sein Vater. So flüchtet sich Martin Tupper oft in seiner Jugendzeit, die er mit dem Fernseher und Stars wie Peter Lorre, Ronald Reagan, Joan Crawford und anderen Berühmtheiten verbracht hat.
Dream on ist aus zweierlei Gründen die etwas andere Comedy im Vergleich zuden meisten des Genres. Einerseits hatte das Team rund um die Macher von Friends die geniale Idee Gefühle und Probleme unseres Autors anhand alter schwarz/weiß Schnipsel aus alten Filmen und Serien darzustellen, zu analysieren und aufgrund des Gezeigten auch aufzuarbeiten. So tauchen zwischendurch mal eben Ronald Reagan und viele anderen Größen der alten Tage auf und verbreiten Weisheiten, die geschickt auf die aktuellen Schwierigkeiten umgemünzt werden.
Die zweite Neuerung in Sachen Sitcom. "Boah ey, Titten", wie Otto Durchschnittsproll es formulieren würde. Denn hier geht es sehr oft schlüpfrig zu. Martin hechtet von einem One Night Stand zum nächsten, bleibt aber im Geiste immer noch bei seiner Ex Frau. Gerne wird der Akt, wie in der nackten Kanone, mal mit einfahrenden Zügen oder Fahnenmasten die aufgestellt werden visualisiert. Immer wieder einen Grinser wert, ebenso wie die zahlreichen Auseinandersetzungen mit seiner madigen Sekretärin. Der Humor ist locker aber stets gut und spitzfindig. Schade eigentlich das in Deutschland nicht alle 120 Folgen ausgestrahlt wurden, zumal diese auch immer spät Abends liefen.
Brian Benben ist zudem ein echter Sympathikus, dem man auch den x-ten Seitensprung nicht übel nehmen kann. Auch die Liste der Gaststars liest sich äußerst eindrucksvoll. Endlich mal eine Sitcom, die sich nicht um die Familie mit drei Kindern dreht, sondern einfach erfrischend anders und frech ist. Sechs Staffeln sprechen dafür auch eine deutliche Sprache. Bitte wiederholen im Free TV.
8/10