Review

Immigration oder die andere Seite des amerikanischen Traums, - das Regiedebüt von Autorin, Produzentin und Hauptdarstellerin Ana Asensio ist mal wieder ein „Inspired by true events“.
Herausgekommen ist eine Art Light-Version von „Hostel“.

Luciana (Asensio) ist gebürtige Spanierin und lebt in New York, wo sie noch immer mit dem Verlust ihrer Tochter zu kämpfen hat. Mit mehreren Jobs hält sie sich über Wasser, bis ihr eine Kollegin vom schnellen Geld berichtet: 2000 Dollar für die Teilname an einer Party, auf der kein Sex verlangt wird. Luciana lässt sich hinreißen, doch am geheimen Treffpunkt angekommen, bereut sie schon bald ihre Entscheidung…

Um die Anonymität am Big Apple zu untermauern, entschied sich Asensio für den Einsatz der Handkamera, welche in den ersten Minuten Menschen in den Straßen einfängt, um letztlich bei der Hauptfigur zu landen. Lucianas Problem wird rasch deutlich, denn die ärztliche Untersuchung ist nicht bezahlbar, das Babysitten zweier verwöhnter Pissblagen eine Demütigung und viel besser ist es beim Verteilen von Flyern für einen Hähnchenimbiss auch nicht. Allerdings hätte man diese Begebenheiten in deutlich weniger als eine halbe Stunde Laufzeit zusammenfassen können, zumal einem das Schicksal einiger Immigranten aufgrund ausbleibender Figurenzeichnungen völlig kalt lässt.

Ist die lange, reichlich ziellos daherkommende Anlaufphase endlich überstanden, nimmt die Handlung nach und nach Konturen an und obgleich jedem klar sein müsste, dass 2000 Dollar am Abend nicht ohne einen Haken vonstatten gehen dürften, kommt durch die Geheimniskrämerei ein wenig Spannung auf. Genaueres soll natürlich nicht verraten werden, doch was sich hinter der Party verbirgt, ist je nach Gemütslage des geneigten Zuschauers nicht ohne.

Nur leider bleiben jene Ereignisse ohne Pointe, die letzten Einstellungen muten ähnlich dokumentarisch an wie der Einstieg, nur dass einem ein fettes Plakat noch einmal auf sarkastische Art verdeutlichen soll, was einige Immigranten offenbar für Geld bereit sind zu opfern.

Insofern hätte sich die Geschichte trotz der kurzen Laufzeit von 80 Minuten eher als Kurzgeschichte oder Teil einer Anthologie geeignet, denn dem langen Vorlauf gelingt es nur unzureichend, Interesse für die Probleme einiger Immigranten zu schüren. Der eigentliche Horror umfasst dabei nur wenige Minuten, der Rest ist eher Milieustudie, was trotz passabel gespielter Hauptfigur nicht sonderlich berührt.
4,5 von 10

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