Wieder mal so ein Remake, bei dem man sich die Frage stellen muß, ob das überhaupt notwendig war, einen kleinen, aber feinen Horrorklassiker aus dem Jahre 1974 noch mal neu aufzulegen. Allenfalls um Kasse zu machen, denn mit Innovationen hat dieser Aufguss nicht allzu viel am Hut.
Die bekannte Geschichte um die verkommene Backwood-Familie mit ihrem mordenden Leatherface. Ein paar Teens sind unterwegs zu einem Konzert, als sie eine Frau aufgabeln, die sich schon bald die Kugel gibt. Der Sheriff kommt ins Spiel und butz ist der Mann mit der Kettensäge hinter ihnen her.
Man muß dem bis dato unerfahrenen Marcus Nispel aber konstatieren, dass er handwerkliches Talent besitzt. Der Einsatz von Farbfiltern und einige Kamerafahrten bringen ein durchaus brauchbares Ergebnis auf den Bildschirm. Die dreckigen Kulissen im Hause der Hewitts wissen ebenfalls zu gefallen und das Tempo ist vor allem gegen Ende ordentlich hoch.
Doch mit der morbiden Atmosphäre des Originals kann man hier nicht aufwarten, dafür ist dieser Streifen zu sehr auf Hochglanz und durchkalkulierte Schockeffekte ausgelegt, - Überraschungen sind hier keine zu erwarten, selbst wenn man die Erstauflage nicht kennt.
Angenehm aber, dass die Kamera so neckisch auf und hinter Jessica Biel hält, da gibt’s ordentlich was zu gaffen und im Verlauf präsentiert sich die wohlgeformte Dame auch noch im Wetlook.
Darstellerisch ist das aber in Ordnung und auch die übrigen Pappnasen enttäuschen nicht.
R. Lee Ermey erinnert noch einmal an seine Performance in „Full Metal Jacket“, nimmt aber etwas viel Screentime in Anspruch.
Gesplattert wird eher selten, ein abbes Bein, ein Kopfdurchschuss zu Beginn und ein paar Fleischerhaken-FX werden präsentiert, nichts Explizites.
Das Original von Tobe Hooper wurde mittlerweile dermaßen oft verwurstet oder variiert, dass es auf diesen Hochglanzslasher auch nicht mehr ankommt. Immerhin ist er recht unterhaltsam und zwischenzeitlich kann man Leatherface mal ohne Maske sehen, also nur noch Face…
6 von 10 Punkten