Review

Das Original TCM ist immer noch subversiv. Das miese Bild und der oft noch schlechtere Ton - die Geschichten um und mit der Zensur tun da ein Übriges - gaukeln uns eine Form des brutalen, voyeuristischen Dokumentarismus vor, die die wenigen schauerlichen Momente des Films in einem "wahren" Licht erscheinen lassen, als wäre jemand zufällig mit Kamera und Mikro am Schauplatz der Verbrechen dabei gewesen ... das gibt dem Film (Original) ein geschmackloses authentisches Gesicht ... und reizt den Magen um so mehr zur Rebellion.

Nichts davon im Remake. Das ist dermaßen geleckt und "stylisch", dass man von der Aufnahme des Subversiven in das große, aber flache Reich der Popkultur sprechen kann ... the evil goes MTV goes Micheal Bay. Ist das Remake deshalb schlecht? Ja und nein. Das Remake lässt sich besser ansehen, weil die Bilder an die mitlerweile verkorksten Sehgewohnheiten des jüngeren Publikums angepasst sind, dito der Sound (spricht man heute eigentlich noch von TON?). War das Original schon nicht sonderlich subtil (obwohl ...), ist es das Remake erst recht nicht. Mehr Blut, mehr nackte Haut, mehr Tank-Tops und noch engere Jeans ... aber ich will nicht meckern, auch mir ist das Remake eingängiger (weil in letzter Konsequenz harmloser) als das Original. Das Original ist wirklich verstörend, das Remake beschäftigt einen weniger, obwohl es genau so brutal - wenn nicht gar brutaler - und in dieser Brutalität dynamischer zu Werke geht. Der Film geht ab wie eine Lok unter Koks ... Die Schauwerte sind spektakulärer und blutiger in Szene gesetzt, was den Film aber nicht unbedingt besser macht. Eingängiger, ja. Eben Popkultur. Der Ekelfaktor reicht nicht an den des Originals heran.

fonu

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