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Abt.: The Saw is the Law

Auf einer Fahrt nach Mexiko nimmt eine Gruppe von jungen Leuten eine blutüberströmte Tramperin auf, die von etwas angegriffen worden ist. Als ihr Wagen mangels Benzin vor einer Tankstelle stehen bleibt, beschließt die Gruppe, nachzusehen, ob es dort ein Telefon gibt. Doch was sie dort antreffen, ist eine seltsame Familie von Kannibalen und ein merkwürdiger Mann, dessen Lieblingswaffe eine Kettensäge ist.

Vom großen Remakewahn bleibt also auch Tobe Hoopers 74er Blutgericht in Texas nicht verschont. Namensgeber Michael Bay war zum Glück nur als Produzent tätig, sonst wär doch nur wieder ein unübersichtliches Schnittgewitter bei rumgekommen. Die Regie ging nach Deutschland an den damals noch relativ unbekannten Marcus Nispel, bei dem man jedoch merkt das er sein Geschäft beherrscht. Der Film bietet aber weiterhin die gewohnt düsteren, dreckigen Bilder, die der Serie stets zu eigen waren.
Die TCM Story dürfte hinlämglich bekannt sein. Old Leatherface sägt sich durch einen Haufen Jugendliche. Die Neuverfilmung ist dafür deutlich temporeicher  und hochglanzpolierter ausgefallen als das mittlerweile ja 36jährige Original und hält sich in den wesentlichen Punkten auch an dessen Vorgaben. Der Härtegrad fällt auch ziemlich gering aus, es wird mehr auf Atmosphäre und Spannung gesetzt, statt mit Eingeweiden um sich zu werfen. Bleibend aber ist auf alle Fälle die Kamerafahrt durch einen Kopfschuß hindurch, ansonsten finden die Kills meist im Off statt, meist ist eher die schmutzige Phantasie des Zuschauers gefragt. Der Showdown bietet dementsprechend auch eher Hide and Seek Action und selbst die Halbierung der nördlichen Extremitäten von Leatherface findet in so dunkler Umgebung statt, das kein Gorehound von seinem Sessel aufspringen wird.
Erfreulich ist auch das die gejagten Jungmenschen einigermaßen sympathische Charaktere an die Hand bekommen haben, denen man nicht sofort den Tod an den Hals wünscht. Auch das der designierte Final Guy als erster ins Backwoodgras beißt, fand ich eine willkommene Abwechslung im Slasher Genre. Die Darsteller machen ihren Job gut, allerdings stiehlt ihnen R. Lee Ermey als cholerischer Sado Maso Sheriff locker die Show. Hat allerdings damit auch aus Full Metal Jacket und the Frighteneers mit diesem Charakter einschlägige Erfahrungen gemacht.
Die neue TCM Variante ist endlich mal wieder ein erfreuliches Remake und kommt weniger sperrig als sein Vorvorvorgänger daher. Ich würde gerne Regisseur Nispel loben, wenn er nicht anschließend so Quark wie Pathfinder hinterher geschoben hätte. Dieser Film macht sehr vieles richtig und ist ein würdiger Werbeträger der Kettensägenindustrie.
8/10 

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