Review

Für eine richtige Review fehlt mir momentan die Zeit, aber ein paar Eindrücke wollte ich schildern, weil der Film bestimmt einige hier interessiert...

1. Ja, richtig, Michael Bay ist der Producer. Das merkt man an einigen absurd kitschigen/hollywood-gerechten Drehbuch-Ideen (so dürfte es sich hier wohl um den ersten, naja, "Splatter"-Film handeln, bei dem ein irgendwie "süßes" Kindchen eine sehr liebvolle Rolle zugeteilt bekommt... Und auch Anflüge einer romantischen Liebesgeschichte sind zu finden - Gott sei Dank nur Anflüge). Aber insgesamt wirkt sich sein Einfluss nicht ansatzweise so schlimm aus, wie das eigentlich zu erwarten war.

2. Nein, ans Original kommt der Film nicht ran. Die kranke Atmosphäre von Hoopers Film findet sich unter all den Epigonen noch am ehesten im anstrengenden "House of 1000 Corpses" - das TCM-Remake von Marcus Nispel dagegen ist viel mehr ein stringenter, "klassischer" Horrorfilm.

3. Ja, der Film ist tatsächlich ein "echtes" Remake, hält sich jedoch nicht sklavisch bzw. detailgetreu ans Original. Die Handlungsstruktur ist grundsätzlich dieselbe; fünf Teens (die allerdings KEIN STÜCK nach 70ties aussehen...) geraten 1974 im amerikanischen Hinterland in die Fänge einer komplett wahnsinnigen und fleischfressenden Familie. Dabei bringt Nispel einiges mehr an Background-Informationen und Nebenfiguren ins Spiel als Hooper, auch die Handlung an sich wird variiert. Das meiste dieser Neuerungen hilft der Story jedoch nicht unbedingt weiter; einiges ist zumindest "interessant" (z.B. wird eine Art "Entstehungsgeschichte" zur Figur Leatherface implementiert, und einmal sieht man ihn sogar ohne Maske).

4. Wie zu erwarten war, versucht der Film seinen Mangel an psychologischer Intensität durch ein deutlich höheres Maß an Explizität, als sie das Original vorzuweisen hatte, wettzumachen. Das bezieht sich auf einerseits Sex(yness) und Drogengebrauch der "Opfer", das bezieht sich andererseits natürlich vor allem auf den Gore-/Gewalt-Faktor. Zwar bietet dieser Film (wie bei Bay auch kaum anzunehmen wäre) sicher keinen Blutoverkill, aber ein FSK18-Rating wird nicht zu umgehen sein. Einige Male wird eben doch direkt draufgehalten, wenn Körperteile abgesägt und Fleischerhaken ins Rückenmark gerammt werden. Dass "schneller, lauter, härter" aber nicht gleich "intensiver, bösartiger, besser" heißt... braucht man wohl nicht mehr extra betonen.

5. Zweifelsfrei, dieser Film ist eher ein weiterer Teenie-/Popcorn-Horrorfilm als ein ernsthaftes Experiment in Sachen "Mind-Terror", wie es das Original war. Für einen Film seiner Gattung funktioniert dieses Remake aber erstaunlich gut. Von einem viel zu langen Showdown und dem stellenweise gar zu fröhlichen Zitieren allseits bekannter Klischees einmal abgesehen, kann der Film (für sich genommen) durchaus zufrieden stellen und unterhalten; ist an einigen Stellen dabei sogar erstaunlich hart. Es gibt übrigens sogar EINE Sequenz, in der tatsächlich etwas wie "Psycho-Terror" entsteht.

6. Fazit: Am Original gemessen, scheitert das Remake. Aber nicht so kläglich, wie zu befürchten war. Für sich genommen, ist der Film bei geringer Erwartungshaltung sogar angenehm goutierbar. Ich vergebe daher 6 von 10 möglichen Punkten.

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