Review

Es hätte so viel schief gehen können. Michael Bay als Produzent des Remakes eines Filmes, der einen der grossen Kulthits darstellt. Mir schwante nichts gutes, standen auf seiner haben-Seite bis dato Filme wie Armageddon, The Rock oder Pearl Harbour. TCM als patriotischer Actionfilm mit Flagge und Weltpolizeiattitüden???
Zum Glück nicht...

Inhalt:
1974: Eine Gruppe Jugendlicher, auf dem Weg zu einem Konzert, gabelt eine verstörte Anhalterin auf. Als sie später an einer Tankestelle Hilfe suchen, nimmt das Grauen seinen Lauf, denn sie geraten an eine Familie, von der garantiert keine Hilfe zu erwarten ist. Sie verfolgen ganz andere, grausame Ziele...

Es ist nicht leicht, die Handlung so beschreiben, dass nicht zu viel verraten wird. Denn auch, wenn man das Original kennt, ist der Film wirklich spannend. Es gab einige Änderungen. So wurde zB das Ende anders gestaltet und einige Szenen der 70er Version weggelassen (Esstischszene, was ich sehr schade finde). Trotzdem ist Regie-Debütant Marcus Nispel ein beeindruckendes Remake gelungen, das man gesehen haben sollte.

Atmosphäre:
Düster & spannend mit einiges Schocks versetzt. V.a. die Szenen mit dem Sheriff zerren an den Nerven. Der Film beginnt wie eine Dokumentation und eine trockene Reporterstimme dokumentiert das Geschehen, welches dadurch eine authentische Note bekommt. Dann beginnt die eigentliche Geschichte.
Wer ob des Titels ein blutiges Gemetzel erwartet, dürfte enttäuscht werden. Bis auf einige blutige Szenen bleibt der Film un-splatterig. Doch stört das den geneigten Horrorfilmgucker nicht weiter, bekommt er doch dafür düstere Sets, einen Haufen kranke Psychopaten und einen der bekanntesten "Movie Maniacs" der Filmgeschichte.
Ein Lob auch an die Kameraarbeit und die Soundmischung, die stimmiger kaum hätten sein können.

Musik:
Es gibt zwar einen Soundtrack, auf dem u.a. Pantera, Morbid Angel, Lamb Of God vertreten sind; im Film allerdings gibt es (bis auf einmal Sweet Home Alabama) einen klassichen Score, der zur jeweiligen Situation zweckdienlich bleibt und keine groben Schnitzer erkennen lässt.

Schauspieler:
Ich muss zugeben: Die Teenies machen ihre Sache besser als in den meisten anderen Slashern, die mir bis jetzt untergekommen sind. Sie bringen auch eine gewisse Authenzität rüber, die das Geschehen noch eindringlicher macht. Und doch ist es R. Lee Ermey (wohl am bekanntesten als Sgt. Hartman auf Kubrick's Full Metal Jacket) als Sheriff, der die anderen mit seiner gestörten Art an die Wand spielt. Auch der Hewitt-Clan wurde schön als das verkörpert, was er ist: ein kranker, ekelhafter Haufen!
Natürlich wurden die Teenies für's moderne Mainstreampublikum designt. Was zB an der Oberweite von Erin und einigen Klamotten zu sehen ist, die irgendwie nicht so richtig in die 70er passen wollen.

Fazit:
Das Jahr ist noch jung und trotzdem habe ich das Gefühl, dass dies wohl einer der (wenn nicht DER) spannendsten Filme ist, die ich dieses Jahr im Kino zu Gesicht bekommen habe. Zum Original wurden einige Sachen geändert, was ich insgesamt recht gut fand (Wie eine 1:1 Kopie in die hose gehen kann, sieht man am Psycho-Remake). Die Atmosphäre ist schrecklich gut, die Technik und der Erzählfluss grossartig und die Schauspieler befriedigend. Alles in allem ein Horrorfilm, der mal wieder wirklich einer ist.

Details
Ähnliche Filme