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Hollywood gehen die Ideen aus! Diese Tatsache dürfte wohl mittlerweile jedem Cineasten aufgefallen sein! Jahr für Jahr werden wir mit (mal mehr weniger) schlechten Fortsetzungen abgespeist oder mit Remakes von alten Filmen "befriedigt". Als vor einiger Zeit bekannt wurde, das der Horrorklassiker "Blutgericht in Texas" neu aufgelegt werden soll, war das Entsetzen groß. "Wie kann man sich nur an solchen Genre-Meilensteinen vergreifen?" hieß es da. Das Ergebnis wollten dann aber doch alle sehen. Ich natürlich auch. Aber neben einigen äußerst positiven Überraschungen, wurden leider auch viele Zweifel bestätigt!

Aber erstmal zum Guten: Was von Anfang an auf- und gefällt ist die Tatsache, dass sich Regisseur Marcus Nispel, neben vielen künstlerischen Freiheiten, doch recht gut an die Vorlage hält! Da haben wir die Teenies die mit ihren Auto unterwegs zu einer Party sind und unterwegs einen (diesesmal weiblichen) Tramper mitnehmen. Dann die verrückte (größer gewordene) Fleischer-Familie mit ihren durchgeknallten Kettensägen schwingenden Sohn genannt "Leatherface", der sich aus menschlicher Haut seine Masken herstellt! Damit kann man durchaus zufrieden sein!

Auch die (anfänglichen) Verfolgungsjagden und der (wesentlich höhere) Gore-Level, können für wohlige Schocks und eiskalte Gänsehaut über dem Rücken, gut sein. Dafür sind die diese Szenen allesamt sehr ordentlich und überraschend Hart und nervenzerfetzend inszeniert worden. Aus Sicht des heutigen Standards, sicherlich eine lobenswerte Überraschung"

Tja, bloß leider hat man dann wohl an den Verfolgungsjagden soviel Gefallen gefunden, dass man sie gleich zig fach einsetzen musste. Während im Original es nur eine längere (und eine kurze) Verfolgungsszene gibt, häufen sie sich hier derart, dass es, vor allem zum Ende hin, langweilig wird. Das ewige Rumgekreische und Weggerenne nervt doch zusehendst!

Zudem ist das Ende vollkommen misslungen. Es gibt zwar reichlich Momente, wo man einen schönen Schluss-Cut hätte machen können, aber NEIN, der Film endet und endet nicht, obwohl man eh schon längst abgeschaltet hat, da alles langsam zu vorhersehbar wird!

Außerdem gehen einem die ständigen Witze, vor allem in der ersten Hälfte des Films, gehörig auf den Geist. Das gibt sich zwar, Gott sei Dank, in der zweiten Hälfte, doch die Ernsthaftigkeit des Originals ist dann schon lange verloren!

Und last but not least ist auch die Sounduntermahlung eher schlecht, als recht! Auf die schönen kratzigen und quietschenden Geräusche, die im 74er-Film geradezu dafür zuständig sind die Atmosphäre stetig steigt, hat man hier fast komplett auf sie verzichtet. Das ständige Kettensägengeräusch ist das Einzige was erschrecken könnte!

Wenn man dann doch noch etwas Gutes finden will, dürfte man allerdings die Schauspieler erwähnen, die ihre Rollen allesamt erstaunlich gut machen. Hätte man sicher nicht gedacht!

Fazit: Annehmbarer Horror-Streifen, der für den ein oder anderen Schock durchaus zu gebrauchen ist und dabei auch mit einer guten, größtenteils ans Original haltenden, Story und netten Gore-Effekten überzeugen kann. Dafür langweilt und enttäuscht er aber zunehmest durch die immer gleichen Verfolgungsjagden, peinlichen Witzchen und dem absolut bekloppten Ende!

Wer das Original nicht kennt, wird zufrieden sein. Alle anderen dürften aber wohl insgesamt eher enttäuscht sein und sollten sich lieber den herrlichen Backwood-Slasher "Wrong Turn" anschauen. Da haben sie wesentlich mehr davon!

Wertung: 6/10 Punkte

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