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Ähm naja, was soll man dazu schon schreiben. Der Versuch an sich, "Texas Chainsaw Massacre" wirklich ansehens- und vergleichswürdig zum Original neu zu verfilmen, dürfte so unmöglich sein, wie wenn Daniel Küblböck wirklich ernsthaft ein Lied von Pink Floyd covern möchte. Also der Filmfan erwartet eigtl. gar nichts vom Film. Es geht nur darum, wie lachhaft und wie viel schlechter er als das Original ist. Das dürfte auch so gut wie der einzige Grund sein, um sich diesen Film überhaupt anzusehen. Weil ernsthaft, wer erwartet schon, dass das Original wirklich getoppt werden kann? Jeder, der nur den Hauch einer Ahnung von Filmen hat, weiß, dass das schlicht unmöglich ist.

Also gut, daher hab auch ich mich ins Kino begeben, ohne jegliche Erwartungen. Eigentlich hatte ich auch gar keine große Lust, mir den Film anzusehen, weils ja an sich auch gar nichts bringt.

Nun gut, gute 100 Minuten später war ich etwas schlauer und das Fazit könnte lauten, dass der Film wirklich kein schlechter ist, perfekte Unterhaltung und ne Menge Spannung, aber der Gesamteindruck wird einfach durch die Tatsache getrübt, dass es eben ein Remake ist und dieses nicht den Hauch einer Chance hat gegen das Original. Es gibt wirklich keine einzige Szene, bei der man sich denken könnte: Man, hätte man diese Szene damals für das Original verwendert, wäre es noch ein wenig besser. Kurz gesagt, keine Sekunde, wirklich keine einzige Sekunde, kann das Werk, von Michael Bay produziert wordn, mit dem Film von 1974 mithalten. Das ist aber noch lange kein Nachteil.

Ein Vorteil natürlich auch nicht. Doch der Zuschauer kann dem Film eine Chance geben, wenn er sich genügend Gedanken über den Film macht und zum objektiven Schluss kommt, dass "Michael Bay's Texas Chainsaw Massacre" einer der besten Horrorfilme der letzten Zeit ist, wenn man das Original erstens nicht kennt und wenn doch, den Film als eigenständigen Film betrachtet. Dann wäre er wirklich äußerst gelungen. Was wiederum nicht heißt, dass er beschissen ist, nur weil er eben kein eigenständigen Film darstellt. Er hat ganz einfach ein Problem. Aufgrund des Faktes, dass kein Horrorfilm der Welt jemals an "Texas Chainsaw Massacre" herankommen wird, dürfte man auch keinen Horrorfilm mit diesem vergleichen, da das automatisch zum Nachteil dieses Werkes werden würde. Aber man hat nun mal Vorbilder und so verhält es sich auch bei den Filmen. Und außerdem kommt man gar nicht darüber hinweg, "TCM" nicht mit "TCM" zu vergleichen, das ist ja gerade der Sinn darin, es handelt sich ja auch um Original und Remake.

Nun sind wir wieder beim Anfangsproblem, es gab eigentlich keinen Grund und es kann auch gar keine Motivation gegeben haben, diesen Meilenstein des Horrors neu zu verfilmen. Trotzdem gefällt das Remake, obwohl es auch einige Dinge zu bemängeln gibt. Schon gleich zu Beginn bekommt der Zuschauer "Sweet Home Alabama" zu hören. Erstens hängt das nachner gewissen Zeit wirklich zu den Ohren raus, andererseits passt so ein Lied auf gar keinen Fall zu "TCM". Vielelicht wollte man dadurch den Kontrast zwischen dem Anfang, wo noch alles in bester Ordnung ist und dem weiteren Verlauf, dadurch betonen, ich finds aber eher lächerlich, dass dieses Lied hier auftaucht. Hat ein wenig was von Teenie-Slasher-Filmen, solch ein Soundtrack.

Auch das zu häufige und zu deutliche Auftreten von Leatherface sowie das leiche Durchleuchten seines Motivs, zu morden, nerven und machen Leatherface nicht mehr zu dem Mythos, zu der Legende, die er im Original darstellt. Da war nicht der Hauch eines Motivs zu erkennen und schon war alles viel viel beängstigender, düsterer und bedrohlicher.

Vorteile aber sind (nicht gemessen am Original) z.b. die Schauspieler, die zwar nicht über sich hinauswachsen, aber ihnen ist es schließlich auch zu verdanken, dass das Remake nicht zum Teenie-Slasher-Film verkommt. Natürlich sei da dem Drehbuch auch ein Dank ausgesprochen. Dieses unterscheidet sich übrigens nicht gerade wahnsinnig vom Original, aber dennoch so viel, dass manche Szenen wirklich nichts mit seinem Vorbild zu tun haben und der Zuschauer wenigstens manchmal nicht weiß, was als Nächstes passiert.
Blut gibt es auch mehr zu sehn als im Original, da lässt sich aber darüber streiten, ob das ein Vor- oder Nachteil ist. Meiner Meinung nach Letzteres, da ein großer Vorteil vom Original war, dass sich der größte Horror im Kopf des Zuschauer abgespielt hat. Daher ging dieser auch so auf die Psyche.

Das Remake bedrückt nicht, ist teilweise schon recht spannend, aber man hat nichts Neues zu erwarten, die wesentlichen Szenen ähneln dem Original doch recht stark. Sicherlich besser als viele Horrorfilme in letzter Zeit, vielleicht sogar einer der besten Horrorfilm dieses Jahr (mal schaun, was da noch kommt, ist ja erst Januar), aber im Vergleich zum Original ein "Witz". 7,5/10 Punkte

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