Ist noch gar nicht so lange her, da sah ich das Original von „Texas Chainsaw Massacre“ und ein paar seiner Fortsetzungen. Da die an Schwachsinn und Nervigkeit kaum mehr zu überbieten waren, war meine Verwunderung über ein Remake doch recht groß. Und umso länger dauerte es daher bis ich mir diese Neuverfilmung dann endlich ansah.
Zur Handlung braucht man nicht viel sagen, sie ist im Wesentlichen dieselbe wie im Original.
Ein paar Jugendliche geraten im amerikanischen Hinterland an eine Familie von degenerierten Hinterwäldlern, die die Kids dann nach und nach abschlachten.
Der Hauptunterschied des Remakes zum Original liegt meiner Meinung nach in der Art und Weise wie die Figuren dargestellt werden bzw. wie sie sich selbst darstellen. In Tobe Hoopers Version werden die Rednecks als grenzdebile ständig Unsinn plappernde Schwachköpfe dargestellt, die auch genauso agieren und reagieren. Diese Überzeichnung und einige andere Kleinigkeiten ruinierten den ganzen Film.
Dieses Problem hat Regisseur Marcus Nispel richtig erkannt, denn eine Täterfamilie die wieder nur lächerlich wirkt hätte auch sein Remake gekillt, daher hat er seine Täter, angefangen beim Opa im Rollstuhl alle weitaus ruhiger agieren lassen als Hooper damals. Das Ergebnis ist, dass die ganze Sippschaft dadurch viel bedrohlicher, gefährlicher und weniger durchschaubar wirkt, was dem Film eine Menge der notwendigen Ernsthaftigkeit gibt.
Als ehemaliger Video-Clip-Filmer hat Nispel schon gelernt in kurzer Zeit, also auch filmtechnisch gesehen mit wenigen, aber wirksamen Bildern auf den Punkt zu kommen.
Genau das macht den zweiten riesigen Unterschied zum Original aus, denn die Bilder vermitteln genauso wie die Darsteller eine düstere, bedrohliche Atmosphäre, die den Zuschauer bis zum Ende fesselt.
Der Rest sind einige deftige, aber gut getimte Schockeffekte und ein R. Lee Ermey, der seit seiner Rolle in Kubricks „Full Metal Jacket“ nicht mehr so gut war.
Mein Fazit: Dieses Texas Chainsaw Massaker ist was vom Besten, das die momentane Horror-Welle zu bieten hat. Ein absolutes Muss für Fans und alle, die sich mal wieder 90 spannende und blutrünstige Minuten geben wollen.