iHaveCNit: Berlin Falling (2017)
Unter den Filmen aus 2017, die ich unbedingt nachholen wollte, befand sich auch „Berlin Falling“. Der deutsche Thriller ist das Regiedebüt von Ken Duken, der in seinem ersten Film auch gleich selbst die Hauptrolle übernimmt. An seiner Seite, der aus Game of Thrones bekannte Tom Wlaschiha. „Berlin Falling“ ist einer der Beweise, warum Deutschland so viel mehr als nur Geschichtsfilme und massentaugliche Komödien hinbekommen kann – und er ist auch ein Geheimtipp von mir.
Der versoffene Frank bekommt an Weihnachten die letzte Chance auf ein längeres Wochenende mit seiner Tochter – nur dafür muss er mehrere Kilometer nach Berlin fahren. An einer Tankstelle wird er vom unbekannten Andreas angesprochen, der ebenfalls nach Berlin möchte und eine Mitfahrgelegenheit sucht. Frank willigt ein. Doch nach kurzer Zeit stellt sich heraus, dass Andreas Frank nicht zur zufällig angesprochen hat – dieser hat eine Bombe und eine geladene Handfeuerwaffe im Gepäck und nebenbei einen unbekannten, bewaffneten Partner im selben Zug wie Franks Tochter sitzen. Was hat Andreas mit Frank in Berlin vor ?
Mehr sollte man auch erstmal über den Film nicht wissen, denn all das wird in den ersten 30 Minuten klar, die sich ihre Zeit nehmen, das ganze Setting aufzubauen. Das Drehbuch von Christoph Mille und auch Dukens Inszenierung lassen klar erkennen, dass man sich mitunter auch von Quentin Tarantino hat inspirieren lassen. Die Kameraarbeit und die Musik geben eine in sich stimmige Atmosphäre für Dukens Film, der hier mit seinem Frank und Wlaschihas Andreas zwei toll geschriebene und vielschichtige Charaktere abliefert und im Laufe der Geschichte mehrfach die Erwartungshaltung bricht und das was man klar zu wissen glaubte auf den Kopf stellt – bis zum konsequenten und spannenden Finale. Ein Roadtrip entwickelt sich zum klaustrophobischen Psychoduell. Ein cooler und runder Thriller aus Deutschland. Respekt für Ken Duken.
„Berlin Falling“ - My First Look – 8/10 Punkte.