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Es mag etwas Autobiographisches drinstecken bei Comedian Danny Morgan, der sich quasi die Hauptrolle auf den eigenen Leib schrieb. Der britische Rotschopf beweist zumindest ein Gespür für Selbstironie, wogegen das Timing bei Regieneuling Benjamin Barfoot nicht immer stimmig ist.

Jim (Morgan) steht kurz vor seinem 30. Geburtstag und ist noch immer Jungfrau. Sein bester Kumpel Alex (Michael Socha) will dies ändern, wobei ihm zwei hübsche Schwestern in einer Bar durchaus entgegen kommen. Dumm nur, dass Kitty (Kelly Wenham) und Lulu (Georgia Groome) zwei Serienmörderinnen sind, die für ein bestimmtes Ritual ein ebenso bestimmtes Opfer suchen…

Comedy und Horror zu vereinen, hat durchaus Tücken, doch der Einstieg verläuft beinahe maßgeschneidert, als die todbringenden Schwestern ein Opfer mit unzähligen Messerstichen zu „Only You“ von Yazoo nieder meucheln. Danach dominieren einige Klischees in Sachen Schüchternheit, Anmache, gepaart mit überzogener Tollpatschigkeit und oftmals wenig pointierten Dialogen. Immerhin ergänzt sich das Quartett innerhalb seiner charakterlichen Kontraste recht gut, denn Außenseiter trifft auf Sprücheklopfer, während sich die Sensible mit der Knallharten abgeben muss.

Da die Geschichte phasenweise kapitelartig vorgetragen wird, ergibt sich in Sachen Humor und Unterhaltungswert eine Berg - und Talfahrt. Ein Highlight ist definitiv eine kleine Geburtstagsfeier bei Jims Familie, wo es zwar ein wenig albern zugeht, doch anbei zündet der rabenschwarze Humor in Richtung Biedermann und Religion. Eine Visite bei Alex` Vater gestaltet sich indes als komplett überflüssig, denn hier fließt noch nicht einmal Blut.

Dieses lässt sich vermehrt im letzten Drittel verzeichnen, als ein rabiater Kampf zu einer kleinen Materialschlacht ausartet und sich die Kontrahenten nichts schenken, - oder vielleicht doch. Von solchen mitreißenden Momenten hätte es mehr gebraucht, doch wahrscheinlich mangelte es diesbezüglich ein wenig am Budget. Schwach ist auch das Element des Übersinnlichen ausgearbeitet, denn es gibt weder einen Background, noch eine halbwegs schlüssige Pointe.

Zugute halten muss man dem Debüt die treffend besetzten Mimen, welche mit sichtlicher Spielfreude eine gute Chemie aufbauen und deren Spiel ebenso bei Laune hält wie der passend gewählte Soundtrack.
Die dünne Story ohne Twists und Überraschungen und der nicht immer zündende Humor stehen einem ungetrübten Spaß von 89 Minuten jedoch zuweilen im Weg.
Knapp
6 von 10

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