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Sternenkonstellation, Schicksale, Träume, Visionen und spirituelle Deutungen, - fehlen nur noch Tarot, Kaffeesatz und Horoskop, und der energetisch aufgeladene Mineralienstein, der an Vollmond für nur 666 Euro zum halben Preis erhältlich ist. Statt Sternchen-TV liefert Regisseur Paul Currie einen Mystery-Thriller ab, der optisch einiges hermacht, auf rationaler Ebene jedoch wenig Sinn ergibt.

New York: Fluglotse Dylan (Michiel Huisman) ist während seines Jobs um Punkt 2:22 nachmittags kurzfristig weggetreten und kann nur knapp eine Kollision verhindern. Danach bemerkt er Übereinstimmungen bei täglichen Abläufen und stellt fest, dass seine neue Freundin Sarah (Teresa Palmer) am selben Tag Geburtstag hat wie er. Doch warum wiederholen sich bestimmte Ereignisse und wie kann Dylan das scheinbar Unausweichliche verhindern?...

Teilweise grüßt zwar das Murmeltier, doch anderweitig kann Dylan den Tagesablauf uneingeschränkt gestalten. So landet jeden Morgen ein Wassertropfen auf seiner Hand, ein Käfer stirbt, ein Presslufthammer kommt zum Einsatz und in der Grand Central Station, dem Schlüssel der Ereignisse, sind kurz vor der magischen Zeit stets dieselben Figuren zu sehen.
Die Prämisse schürt Interesse, das überaus lebendig eingefangene New York kommt dem flotten Erzähltempo entgegen und mit Huisman und Palmer finden sich zwei Hauptdarsteller, deren Präsenz und Chemie gut ins Bild passen.

Der Zusatz „Zeit für die Liebe“ dürfte Freunde düsterer Gangarten natürlich abschrecken, doch die Romanze steht hier nicht im Vordergrund, obgleich ein Tänzchen im Central Park hart an der Grenze zum schwülstigen Kitsch ist.
Vielmehr stellt sich die Frage, ob sich Geschichte wiederholen kann und inwieweit tägliche Routine Sicherheit gewährleistet. Currie wirft viele Begebenheiten in die Waagschale und spielt mit wiederkehrenden astronomischen Konstellationen, doch je mehr Theorien in die Runde geworfen werden, umso hanebüchener gestalten sich die Abläufe, was zum Finale seinen unlogischen Höhepunkt findet.

Das ist insofern schade, als dass auf optischer Ebene ansprechendes Material geliefert wird, etwa durch zwei knapp aneinander vorbeirasende Flugzeuge, mit einem akrobatischen Vertikal-Ballett und einer Hologramm-Präsentation. Auch der oftmals sphärisch klingende Score von Lisa Gerrard und James Orr fügt sich gut ins Geschehen, er gerät gegen Ende allerdings ein wenig zu dominant. In Sachen Action ist derweil nicht allzu viel auszumachen, bis auf einen Autounfall mit Überschlag und angedeutetem Schusswechsel.

Dennoch unterhält die Mixtur aus Thriller, Mystery, Sci-Fi und Romanze recht gut, performt wird ebenfalls grundsolide, schlüssige und in sich logische Erklärungen bleiben hingegen weitgehend aus. Aspekte wie Zeitschleife, unausweichliche Schicksale und Parallelwelten lassen sich eben nicht mit simplen Sterndeutungen abhandeln, - wem das Sternschnuppe ist, könnte einen vorsichtigen Blick riskieren.
6,5 von 10

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