Dank Pentathlon kann man über ein trauriges deutsches Kapitel herzhaft lachen. Der schwedische Hüne Dolph Lungren ist dabei als nordischer, hochgezüchteter Erfolgssportler des DDR Olympia Kaders eine perfekte Wahl. Die Geschichte nimmt jedoch nur ihren Ursprung im Sport und greift Schwachpunkte der östlichen Republik genauso ungenau auf, wie deren Nationalhymne arg gestrafft wiedergegeben wird.
Angefangen von den netten Amerikanern, die ihren Mitbewerbern aus der DDR freundlich gegenüber treten, was die ostdeutschen Trainer und Stasibegleiter natürlich gar nicht gern sehen, mischt Pentathlon oberflächliches, amerikanisches Geschichtsverständnis mit dem verzweifelten Versuch, auf pathetische Weise dem Ostblock, immerhin fünf Jahre nach dem sich der eiserne Vorhang zu öffnen begann, noch eine Feindbildwirkung abzuringen.
Nicht ganz unrichtig macht Regisseur und Autor Bruce Malmuth (Nachtfalken, Hard To Kill) dazu die roten Recken aus der parteidiktierten und dem Nationalsozialismus ähnliche Strukturen aufweisenden DDR nach dem Mauerfall zu Neo - Nazis, die dem Protagonisten Eric Brogar (Dolph Lundgren) auch nach dem Ende des Arbeiter - und Bauernstaates das Leben schwer machen können.
Eric hatte bei der Olympiade in Seoul nämlich entschieden, die Gelegenheit beim Schopfe zu packen und zu fliehen, natürlich in die USA. Da er unerreichbar war, musste zunächst sein Vater dran glauben. Dumm nur, daß er gerade 1988 darauf kommen mußte, hätte sich die Sache doch kurz darauf von selbst erledigt. Genug Anlaß im Land der unbegrenzten Dämlichkeiten dem Alkohol zugetan dahinzusiechen.
Doch als er sich in einem Burger Restaurant bewirbt, sieht Chef Creese (Roger E. Mosley) in ihm nicht nur die Mentalität eines Schwarzen, sondern nach einiger Zeit auch eine Goldgrube, ist sein Angestellter doch ein ehemaliger Topsportler, den er frei nach Rocky zu neuer Form aufzubauen versucht, während die bösen Ostdeutschen gerade einen terroristischen Abstecher in die USA machen und bei der Gelegenheit auch die offene Rechnung mit Brogar begleichen wollen.
Seine Qualitäten entfaltet Pentathlon mit wenig Action, ein paar erträglichen Längen und hölzernem Acting durch seine skurile Art, fernab von Zeit, Raum oder gar Realität an den Haaren herbeigezogene Klischees und Stereotypen zu einem strunzdämlichen Film zu komponieren, den man allein aufgrund dessen einmal gesehen haben muß. Ein Exot in der unüberschaubaren Masse amerikanischer B - Movies, an dem man sich netterweise in den letzten Jahren öfter im Fernsehen erfreuen durfte, so hervorstechend, daß ich unbedingt noch die digitale Konserve erwerben muß.