Trotz geschickter Regie von „Hard to Kill“-Regisseur Bruce Malmuth ist „Pentathlon“ ein recht langweiliger Film.
In der DDR wird Eric Brogar (Dolph Lundgren) von seinem Trainer Mueller (David Soul) unbarmherzig zu einem Ausnahme-Athleten ausgebildet. Durch den harten Drill des Stasi-Mannes bringt Eric es sogar bis zur Olympiade 1988 in Seoul, wo er sogar die Goldmedaille im Fünfkampf aus Schwimmen, Reiten, Fechten, Schießen und Geländelauf holen kann. Der Begin ist zwar eher mäßig, aber immerhin ist das Szenario relativ ungewohnt, denn ostdeutsche Sportler haben US-Actionfilme selten behandelt.
Doch Brogar hasst seinen Trainer und die Stasi, weshalb er die Olympiade dazu nutzt, um in die USA zu fliehen. Mueller kann ihn nicht aufhalten, aber einer seiner Schergen erschießt noch Erics besten Freund, als er Muellers Männer aufhalten will. Mueller schwört Rache und metzelt dann zurück im wilden Osten erst mal Brogars Vater dahin. Brogar selbst kommt in den USA nicht wirklich klar und nach dem Mauerfall macht er sich selbst Vorwürfe, da er nur zwei Jahre hätte warten müssen und sein Vater wäre noch am Leben. Die kleinen Flucht-Actionszenen heben sich nicht wirklich aus der Masse ab und auch ansonsten kann „Pentathlon“ hier noch nicht fesseln.
Eric schlägt sich als Imbissbudenkoch durch, wo er bald auch das Verständnis seines Chefs Creese (Roger E. Mosley) erringt. Als dieser hinter Erics Geheimnis kommt, baut er ihn wieder auf, um mit dessen sportlichen Erfolgen zu verdienen. Dadurch wird auch Mueller auf ihn aufmerksam, der gerade eine terroristische Aktion in den USA plant und so nebenbei Rache an Brogar nehmen will...
Zwar hat Bruce Malmuth den Film ziemlich gut inszeniert, was „Pentathlon“ nicht zum vollkommenen Gähner werden lässt, aber für einen Actionfilm mangelt es an Tempo und Action. Denn mit der Vorgeschichte und Erics wiederaufkeimender Sportlerkarriere in den USA vertrödelt der Film eine Hälfte oder zwei Drittel, ehe man dann die Actionstory beinahe als Dreingabe bekommt. Diese ist dann auch nicht mehr wirklich spannend und es nutzt nichts, dass das Tempo am Ende angezogen wird. Auch das recht interessante Szenario kann den Mangel an Spannung nicht ausgleichen. Recht unsinnig, warum die ehemaligen Stasi-Funktionäre später eine Neonazi-Organisation leiten.
Die Action bietet neben Sportszenen Lundgrens ein paar Schießereien und Prügeleien, die zwar ganz nett inszeniert worden sind, sich aber kaum aus dem Actioneinheitsbrei abheben. Selbst hartgesottene Genrefans werden hier kaum zufriedengestellt, zumal lediglich das Finale und die Szene in der Blockhütte längere Action bieten.
Lundgren kommt den ganzen Film über mit 1,5 Gesichtsausdrücken aus, so dass man seine Leistung schon mal vergessen kann. Auch die meisten Nebendarsteller sind nicht wirklich gut bis auf Roger E. Mosley. Trash-Bonus für die eher schwachen Fieslinge: Die Szene mit dem ostdeutschen Hip-Hop (!!!) in der Burgerbraterei.
Trotz guter Regie und ungewohnten Szenario ist „Pentathlon“ ein eher mauer Film mit zu wenig Action und einer schwachen Handlung.