Review

James Cameron verwurstete Mitte der Achtziger den legendären Survivalklassiker Alien zu seiner eigenen Interpretation von Science Fiction Horror. Heraus kam ein qualitativ hochwertiges, jedoch insgesamt eher durchwachsenes Sequel, was weder dem Vorgänger noch dem direkten Nachfolger so wirklich das Wasser reichen kann. Dabei ist die Handlung eigentlich ganz okay:

Ripley (ich liebe sie: Sigourney Weaver) wacht nach jahrzehntelangem Kälteschlaf auf einer Weltraumstation auf. Nach den Abhandlungen um die Ereignisse auf der „Nostromo“ erfährt sie, dass auf dem Planeten, auf dem sie damals das Raumschiff mit den Eiern fanden, mittlerweile Kolonisten leben, um dort zu arbeiten. Da sie nicht von ihrem Alpträumen flüchten kann, entschließt sie sich auf die heuchlerischen Versprechungen von Carter Burke (Paul Reiser) dafür, ein Marines Team dorthin zu begleiten, um die Lage zu checken und die Biester zu eliminieren. So landet sie zusammen mit einem Dutzend schwer bewaffneter Elitesoldaten auf „Alpha 24-6“, um sich erneut ihrem größten Schrecken zu stellen. Schon bald wird sich heraus stellen, dass sich die Soldaten beileibe zu weit aus dem Fenster gelehnt haben – doch dann ist es bereits zu spät, um schnell umzukehren...

Ja ja. Zunächst einmal zum Positiven:
Die Special Effekts, die Bauten, die Aliens und die Schauspieler brauchen sich hinter nichts zu verstecken. Auch die Action, auf der ganz klar die Betonung auf diesem Film liegt, kommt nicht zu kurz – so entsteht weniger ein eiskalter Survivler weniger Personen, die nahezu unbewaffnet gegen ein einziges Alien auf einem riesigen Areal zu kämpfen haben, sondern hier gibt es so um die 100 Biester, die sich mit den Soldaten in ein Schlachtengetümmel erster Sahne werfen (auch wenn da der Realismus manchmal außer Kraft gesetzt wird – so macht eine Soldatin beispielsweise in einer Szene ein Alien mit einer Pistole im direkten Nahkampf alleine platt). Es wird geballert bis die Wampe kracht, es erwischt einige Soldaten und noch mehr Aliens und die Spannungskurve steigt zusammen mit den hinterlistigen Intrigen des Carter Burkes rapide an. Auch der Aspekt des kleinen Mädchens Newt (Carrie Henn) ist in Ordnung, da so tiefer auf den Charakter der vormaligen Mutter Ripley eingegangen wird, die ihre Mutterinstinkte als effektivste Waffe gegen die Killerorganismen einsetzt. Prima bis hier.

Nun zur Kehrseite:
Mal von aller Geschmackssache abgesehen, geht der Film die letzten zwanzig Minuten rapide den Bach runter, und zwar genau dann, als Rilpey noch mal loszieht, um Newt zu retten. Vorher gibt es eine Szene, in der die Überlebenden des ersten, fatalen Gefechts noch Signale anderer Soldaten empfangen, die wohl noch nicht tot sind. In der Debatte, ob man sie rausholen sollte oder nicht sagt Ripley: „Keine Chance. Die werden genauso eingesponnen wie die anderen.“ Tja – aber als Newt verloren geht, will sie das Mädchen um jeden Preis noch zurückholen. Dabei begegnet sie zwar der Königin, was ja sehr löblich ist, da die Queen wirklich grandios aussieht. Aber wie die sich später auf das Raumschiff geschmuggelt hat, will mir nicht in den Kopf. Wie konnte dieses Riesenvieh unbemerkt in dieses Abwurfschiff, und warum schlägt es erst dann zu, als die Entkommenen schon wieder auf dem Raumschiff sind? Und der Kampf von Ripley im Laderoboter gegen die Queen sieht zwar nett aus, ist aber meiner Meinung nach vollkommen unrealistisch. Das Alien ist doch viel schneller und wendiger als ein Mensch in diesem Gerät, und mit ihren tausend Stacheln und Tentakeln hätte eigentlich leichtes Spiel haben müssen, Ripley zu plätten. Darüber hinaus nervt der für Cameron allzu typische militärische Touch des Films. Klar es spielen Marines mit, aber müssen die denn unbedingt wieder das Stereotypenbild vom typischen Machoidioten erfüllen, der sofort zu flennen anfängt, wenn er eine Niederlage einstecken muss? Klar, wir sind in den tiefsten Achtzigern, aber dennoch...

Genug gemeckert. Sicher Ansichtssache, ich finde ihn immer noch gut, auch der Directors Cut kann sich sehen lassen weil er sehr vertiefend ist, aber die volle Begeisterung hat er bei mir nicht ausgelöst.

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