Sieben Jahre dauerte es, bis die heiss ersehnte Fortsetzung von Ridley Scotts Kultfilm "Alien" erschien. James Cameron (The Abyss, Der Terminator) erzählt die Story von Dan O´Bannon und Ronald Shusett weiter. Satte 18,5 Millionen Dollar standen ihm zur Verfügung, heute ein minimaler Betrag, damals eine beachtliche Summe. Doch "Aliens - Die Rückkehr" ließ die Kassen klingeln und toppte das Original um fast dreissig Millionen Dollar. Als Produzenten fungierten Walter Hill, David Giler, Grodon Carroll und Gale Ann Hurd. Auch Alienschöpfer H.R. Giger musste man leider verzichten, dafür holte man Stan Winston (Pumpkinhead) an Bord, der Gigers Arbeit absolut würdig weiterführte. Und zu guter Letzt durfte Hauptdarstellerin Sigourney Weaver (Copykill, Galaxy Quest) nicht fehlen, der man eine für damals astronomische Gage bot. So wurde aus "Aliens - Die Rückkehr" nicht nur das actionreichste, sondern auch das beste Sequel kreiert.
57 Jahre war Ellen Ripley (Sigourney Weaver) im Kälteschlaf und trieb ziellos durchs All. Nun wurde sie von einer Raumfähre gefunden und wird sofort wieder mit ihren grausamen Erlebnissen konfrontiert. Auf dem Planeten LV-426, wo Ripley damals mit ihrer Mannschaft die Alienkolonie entdeckte, leben heute Menschen, doch der Kontakt zu ihnen ist abgebrochen. Mit einer Spezialeinheit soll Ripley nun nach dem Rechten, doch was sie dort vorfinden, übersteigt ihre schlimmsten Vorstellungen. Alle Siedler, bis auf die kleine Newt (Carrie Henn), sind spurlos verschwunden und die Aliens haben sich drastisch vermehrt. Bald sitzen Ripley und die Einheit auf dem Planeten fest, ein Kampf ums nackte Überleben beginnt.
Camerons Ziel war es, dem Hauptcharakter Ellen Ripley mehr Leben einzuhauchen. Das erste Drittel widmet er sich daher ihrer starken Persönlichkeit. Ripley leidet unter Alpträumen, sie hat eine Tochter die bereits gestorben ist und sie muss für den Vorfall auf der Nostromo gerade stehen. Als sie das Angebot bekommt, mit auf LV-426 zu gehen, sagt sie erst ab, zu groß sind ihre Ängste vor den unheimlichen Wesen aus einer fremden Welt. Cameron lässt es ruhig angehen, platziert jedoch einige Schocks und Spannungsmomente. Brillant ist der Score von James Horner, da bekommt man wirklich eine Gänsehaut. Vielleicht lässt sich Cameron ein bisschen zuviel Zeit, bis die Aliens auftauchen dürfen, vorher lernen wir noch die Spezialeinheit um Sgt. Apone (Al Matthews) kennen und den Schmierlappen Carter Burke (Paul Reiser), der noch eine wichtige Rolle spielt.
Auch schwenkt Cameron zwischendurch zum Planeten LV-426 und zeigt auf, wie das Übel mit den Aliens begann. Bald ist die Einheit mit Ripley auf dem Planeten gelandet, man erforscht das Arial, greift die kleine Newt auf und merkt schnell, dass irgendetwas hier nicht stimmt. Gedreht wurde in den Pinewood Studios in London, wo man diese Kulisse erbaute. Mit tollen Kamerafahrten durch die gewollt montonen und düsteren Gänge, sorgt Cameron für ständige Bedrohung. Der Zuschauer ist darauf gefasst, dass jederzeit etwas passieren könnte. Letztenendes tauchen die Viecher so plötzlich auf, dass man trotzdem wieder geschockt ist. Was folgt ist ein purer Überlebenskampf mit Non-Stop Action und Hochspannung. Die Einheit wird drastisch dezimiert, das kleine Transportschiff stürzt ab, man sitzt auf dem Planeten fest und die Munition wird immer knapper.
Derweil entwickelt Ripley Muttergefühle für Newt und Carter Burke plant eine Menge Geld mit den Aliens zu machen und geht dafür sogar über Leichen. Ein paar kleine Wendungen hat "Aliens - Die Rückkehr" zu bieten, der Rest bleibt ein wenig vorhersehbar. Aber das fällt kaum auf, weil der Film dermaßen fesselt. So verschanzt sich der klägliche Rest um Ripley in diversen Räumlichkeiten, doch vor den Aliens ist man nirgendwo sicher. Es kommt zu einigen Feuergefechten, die Spezialeffekte sind auf hohem Niveau und auf diverse Pyrotechnik müssen wir nicht verzichten. Stan Winston musste hier sichtlich Überstunden schieben, um den vielen Kreaturen Leben einzuhauchen. Und die Aliens haben nichts von ihrer Bedrohlichkeit verloren, besonders die Königin ist ein Meisterwerk des Schreckens. So zieht Cameron die Spannungsschraube bis ins actionreiche Finale kontinuirlich an, der Film schockt immer wieder, auch wenn man ihn schon öfters gesehen hat.
Hinzu kommen die brillanten Darsteller, allen voran Sigourney Weaver in ihrer Paraderolle. Ihrem Charakter wird sehr viel Tiefe verliehen, auch wirkt sie hier noch stärker und abgebrühter, ohne dabei menschliche Gefühle ausser Acht zu lassen. Debütantin Carrie Henn, damals erst zehn Jahre alt, macht ebenfalls einen tollen Job, blieb aber leider eine Eintagsfliege. Michael Biehn (Der Terminator, Total Terminator) schlüpft in die Rolle des Dwayne Hicks, diese Rolle sollte eigentlich James Remar erhalten, doch kurz nach Beginn der Dreharbeiten gab es Diskrepanzen zwischen ihm und Cameron. So entschied man sich für Biehn, mit dem Cameron zwei Jahre zuvor "Der Terminator" drehte. Ausserdem mit an Bord sind Lance Henriksen (Harte Ziele, Meister des Grauens) als Android Bishop, Komiker Paul Reiser (Beverly Hills Cop, Get Bruce) als Carter Burke, Bill Paxton (Twister, Dämonisch) als Hudson, William Hope (Triple X, Submerged) als Gorman und Janette Goldstein (Terminator 2, Autopsy) als Vasquez, die hier ihr Debüt gibt.
Wirklich gewaltig kommt dieses Sequel daher. Eine brillante Besetzung, hochkarätige Spezialeffekte und eine meisterliche Inszenierung unterhalten zweieinhalb Stunden lückenlos und sorgen für Hochspannung. Besser hätte man die Reihe nicht weiterführen können, zu Recht gewann man zwei Oscars. Ein Meisterwerk, welches für Jeden Pflichtprogramm ist.