Review

Das Regiedebut von Schauspieler und B-Regiesseur Robert Lee. Sein Regiedebut ist eine Sci-Fi Stirb Langsam Kopie, welcher ein bisschen mehr Pepp nicht geschadet hätte. Aber trotzdem ist der Film für das Budget gut inszeniert und kann sogar ein paar ordentliche Special Effects verbuchen. Auch der Unterhaltungswert ist recht hoch, man darf nur nicht zu hohe Ansprüche haben. Leider neigt der Film allgemein etwas am Overacting und an zu vielen Fantasyeinlagen, welche mich einfach allgemein stören. Aber es gab auch schon wesentlich Schlechteres auf diesem Sektor.

Inhalt:
Nick war Polizist, ist aber ausgetreten, weil er den Tod seiner Partnerin, welche von dem Terroristen Nassim Zef erschossen worden ist, nicht verkraften konnte. Jetzt ist er ein Verlierer und Säufer, hat Schulden bei einem Gangster und arbeitet als Hausmeister in einem Laborkomplex. Dort werden gefährliche Computerviren gezüchtet. Eines Tages dringen ein paar Terroristen ein und nehmen alle Anwesenden als Geiseln. Ihr Anführer ist Nassim Zef. Nick nimmt den Kampf auf und versucht das Schlimmste zu verhindern, außerdem hat er nun die Chance sich an Nassim zu rächen.

Die Story ist allgemein sehr krude, denn das gezüchtete Virus hätte viel mehr Erklärungsbedarf. Auch sonst bedient man sich kräftig an " Stirb Langsam ", ohne annähernd dessen Klasse zu erreichen. Auch der Auftakt ist etwas schwach geraten und bietet nur eine durchschnittliche Verfolgungsjagd. Und bevor die Terroristen dann das Gebäude stürmen, muss sich Nick noch kurz mit einem Gangsterboss herumärgern, bei dem er Schulden hat und dann beginnt ohne große Umschweife, die Übernahme.

Man kommt recht schnell zur Sache, die Figuren werden kurz eingeführt, außer Nick gibt es eigentlich keinen richtigen Symphathieträger. Auch die Terroristen haben irgendwie alle ne Macke, schießen wie die Verrückten alles zu Klump, warum weiss keiner und neigen zum Teil zum gnadenlosen Overacting. Nick beginnt dann die Truppe zu dezimieren, da bekommt man ein paar blutige Einschüsse, ein Brandopfer und ein paar solide Keilereien zu sehen, das Ganze hätte ruhig noch spektakulärer von statten gehen können und ist somit leider nur Durchschnitt. Die FSK 18 Freigabe ist zwar Teils schon gerechtfertigt, aber man hätte bei weiss Gott nicht acht Minuten herauskürzen müssen um eine FSK 16 Freigabe zu erhalten.

Damit keine Langeweile aufkommt darf Brion James alias Nessim hier und da mal ein paar Geiseln einfach erschiessen oder bedrohen. Was er mit dem Virus eigentlich so richtig anfangen will, weiss man nicht, nur dass er sich das Teil zum Schluss noch einpflanzen lässt um dann mit grünen Blitzen die Polizei unter seine Kontrolle bekommt. Das sind genau die Fantasyeinlagen wo mich richtig stören. Während die Action aber gut im Film verteilt ist und somit keine Langeweile aufkommt, ist leider das Finale zu schwach geworden, weil Nick Nassim viel zu schnell erledigt, da hätte noch ein richtige Fight hingehört und auch allgemein hätte Robert Lee ruhig etwas mehr Brutalität zeigen können.

Immerhin ist die Kulisse brauchbar und sieht gut futuristisch aus, da das Ganze ja im Jahr 2025 spielt. Sogar den Elektromotor gibt es hier schon, könnte uns auch irgendwann mal blühen. Für das Budget bekommt man schön was zu sehen und das Ganze wirkt auch zukunftsreif, auch die Special Effects sind nicht von schlechten Eltern. Sogar die Explosionen sehen nicht schlecht aus.
Die Sounds sind passabel, aber wieder mal einfach zu eintönig. Wenigstens passt es in der Action, aber ansonsten kocht man auf Sparflamme und hat fast nichts Neues zu bieten.

Michael Dudikoff zieht sich als Hausmeister Nick ordentlich aus der Affäre. In der Action macht er eine gute Figur, versucht hier und da etwas Humor, oder gar ein paar Emotionen einfließen zu lassen, was auch ziemlich funktioniert. Also man kann ihm hier wirklich keinen Vorwurf machen.
Brion James gibt oft einen guten Fiesling ab, aber er ist hier als Nassim Zef einfach zu übertrieben dargestellt. vor allem seine Synchro hört sich als an, als wäre er auf nem Trip und genau so sieht er im Film auch aus, wie ein Junkie, der sich den Stoff anstatt in die Nase zu ziehen, ihn sich ins Gesicht geklatscht hat.
Wie schon oben gesagt neigen viele Darsteller einfach zum Overacting, was auch stört, aber ein paar solide Figuren sind immerhin auch dabei.

Fazit:
Unterhaltsamer Sci-Fi Stirb Langsam Klon. Die Action geht in Ordnung, hätte aber ruhig härter sein dürfen. Manche Darsteller nerven, aber Dudi macht seinen Job gut. Die Story ist krude und unausgegoren, aber Kulisse und Ausstattung sind schick. Insgesamt solide und passabel, da gibt es wesentlich Schlechteres. 5,5 von 10 Punkten gebe ich hier.

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