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Lamberto Bava hätte an dieser Stelle besser dem guten Argento die Regie überlassen sollen, denn der hätte mehr aus der simplen Story gemacht. Die Art der Inszenierung erinnert doch gewaltig an Bavas Schnarchstündchen „Die Gruft“, auch wenn hier die Grundidee mehr zuließe.

Irgendwo in Berlin findet im Kino Metropol eine Sneak Preview statt. Während die Besucher den Horrorstreifen auf der Leinwand verfolgen, hat sich eine Zuschauerin an einer Dämonenmaske geschnitten und mutiert zu einem mordlüsternen Dämon. Schon bald bricht Panik unter den Besuchern aus, denn die Dämonen verbreiten sich rasend schnell.

Gut, die Film-Film-Parallele ist zunächst eine originelle Idee. Leider dermaßen dilettantisch inszeniert und geschnitten, dass dies zum Ärgernis wird. Tatsächliche Kongruenz findet nämlich nicht statt und verkommt ohnehin recht schnell zum losen Aufhänger.
Denn fortan fallen immer mehr Infizierte über ein paar namenlose Opfer her, Identifikationsfiguren finden sich keine. Auch wenn man in der Eingangssequenz eine Cheryl vorgestellt hat, die sich im U-Bahn-Tunnel verfolgt fühlt, um anschließend von einem dubiosen Typen eine Kinokarte in die Hand gedrückt bekommt. Im Verlauf gerät diese in den Hintergrund und kreischt nicht mehr als „ich kann nicht mehr“.

Spannung und Atmosphäre bleiben aufgrund einer müden und leicht untalentierten Regie auf der Strecke. Die Darsteller agieren durch die Bank furchtbar, nur der Soundtrack lässt einige Eintagsfliegenhits der 80er noch mal erklingen, wie „Send my heart“ von den „Adventures“, was zwischenzeitlich den heute über 30jährigen ein wenig Laune verschafft.
Zum Fortgang der Story trägt das aber nicht bei, ebenso wenig wie die vier Junkies, die diesen Song im Radio hören, von der Polizei (so waren die in Deutschland aber nie bekleidet) gestört werden, um anschließend ins Kino zu flüchten, um somit den Bodycount zu erhöhen.

Der Bodycount und die Splatter-FX. Zugegeben, die Effekte wirken recht ordentlich, vom Haare mit Kopfhaut abziehen über Augen ausstechen. Doch die viel zu geringe Beleuchtung lässt im Verlauf kaum explizite Darstellungen zu.
Wodurch die Dämonenbrut entsteht und warum diese so handelt, wird nicht erläutert.
Manchmal muß man sich als Horrorfilm-Freak eben ohne nähere Erklärungen zufrieden geben. Vielleicht wird ja in der Fortsetzung ein wenig mehr erklärt, die ich mir konsequenterweise auch antun werde, meine Erwartungen sind aber nunmehr sehr gering, denn dieser Streifen ist besser in der OFDB platziert, als er es eigentlich verdient hätte.
4 von 10 Punkten

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