"Kiek mol - watt datt denn?!"
So ungefähr hätte sicher die BPJM geguckt, wäre sie in Hamburg ansässig. Ist sie leider nicht, somit wurde "Dämonen" nachdem er ohnehin um die härtesten Szenen gekürzt wurde, schnell verboten.
Dabei fängt doch alles normal an...
Hamburg. Eine U-Bahn, ganz normal. Punks, Freaks, Rentner, die normale Hausfrau....Durschnittstypen eben. Genau wie unserere (den Film durchziehende) Protagonistin, die in einer Scheibe einen Mann mit Maske sieht. "Heidelberger Platz", sie steigt aus. Auf dem verlassenen Bahnhof staunt sie nicht schlecht, als sie den Mann ihrer (Tag)Träume wiedersieht. Doch anstatt sie zu metzeln....gibt er ihr einen Kinogutschein für das "Metropol"-Kino. Ein ziehmlich grosses sogar, muss sie bemerken, als sie mit ihrer Freundin dort hineingeht. Da es eine SneakPreview ist, weiss keiner der X Leute, um was es sich für einen Film handelt. Ein Horrorstreifen....in diesem finden ein paar Jugendliche das Grab von Nostradamus, was sie auchgleich aufgrund ihrer Neugier aufbrechen.
Doch die Ereignisse überschneiden sich, denn einer ihrer Funde ist exakt im Kino "nachgebildet" zu bestaunen. Eine Teufelsmaske aus Metall. Mit der unschönen Eigenschaft,.das diese nicht richtig verarbeitet ist und ihrem Träger nen fetten Ratscher in die Wange macht. Kein Problem, wenn die "ge-auaten" Leute kurze Zeit später Blasen werfen, diese grünlichen Saft zerspritzen und man zudem noch in einen Dämon mutieren?!
Das gemischte Publikum muss leider schlechte Erfahrungen machen, denn die Dämonen vermehren sich schnell (kein Wunder bei der Anzahl der Leute im Kino). Nur mit vereinter Kraft können die Gefangen den Ursprungsdämon einsperren; doch Menschen sind keine Menschen, würden sie keine Fehler machen.
Unter Drogeneinfluss noch mehr....wie die Gruppe Koksnasen, die vor der Polizei flüchtend in das Kino kommt. Doch ist die erwartete Hilfe wirklich so hilfreich....?
"Datt is nen Ei!"
Zum einen mag man dies bei den leckeren Eitereiern der Dämonen sagen, aber auch der ganze Film kann nur gelobt werden. Es fängt bei dem Intro an, wo die Junge Frau erst die U-Bahn-Fahrt macht und dann den "Samurai" sieht. Gleich dichte Bildsprache und kewle Kameraführung und das den Film über; nur eine 20 minütige Ruhepause wird den Leuten gewährt, in den man sie kennenlernt, der Rest der Zeit wird die krude und phantasivolle Story weitergesponnen. So macht es Spass - denn was kann schon schiefgehen? Nix!
Zumindest wenn man sich diese Stabangaben auf der Zunge zergehen lässt....Regie Lamberto Bava, Produziert von Dario Argento, Michele Soavi hat auch seine (damals noch kleine) Finger (u.a. auch wo als Darsteller) im Spiel und für die grandiosen F/X zeichnet sich Sergio Stivaletti verantwortlich. Und dieses Zusammenspiel macht einfach Laune. Die "Film im Film" Story wurde hier gut eingebracht und sorgt für einen immerwährenden Spannungsbogen. Denn ruhig wird es hier nur selten und dann auch nur kurz. Denn neben den annehmbaren Darstellern, welche z.T. ein wenig "trashig" rüberkommen, aber doch gute Arbeit leisten, kann der Soundtrack begeistern. "Goblin"typische SynthieKlänge werden vom dominierenden 80erMetalsound von z.B. Accept, Saxon oder gar Billy Idol bestimmt. Zusammen mit den Hetzjagten durch das Kino kommt schon ein kribbliges Feeling auf. Die Krone sind jedoch die brillianten F/X. Fangen wir bei den Dämonen an. Verwandlungseffekte sind kreativ und hart ausgefallen und manch einer weiterer Splatterfilme zitiert so gerne die Verwandlungssequenzen. An diesen ist auch technisch nichts auszusetzen. Selten wirds mal "billig". Auch die Morde sind zahlreich und gut gemacht; der Schluss kann als Vorgänger zu "Braindead" gehandet werden, nur ist dieser im JacksonStreifen expliziter - und wie der Film selber humorvoll. Das fehlt in "Dämonen", lediglich ein paar Filmposter erinnern mit einem Augenzwinkern an beispielsweise Argento .
Der Film wurde nicht ohne Grund beschlagnahmt.... :-)
Fazit: Paradebeispiel für einen harten, atmosphärischen 80erJahre DämonenFilm.