Horroraffine Regieneulinge versuchen sich häufig am Zombiefilm, weil die Genremechanismen hinlänglich bekannt sind und auch mit einem vergleichsweise kleinen Geldbeutel ein paar Effekte hinzubekommen sind. Vermeintlich, denn obgleich Leute wie Romero oder Fulci meistens mit geringem Budget auskommen mussten, bewiesen sie oftmals ein treffsicheres Gespür für eine dichte Atmosphäre, was Debütant Bob Schultz über weite Teile fehlt.
Als Kirby Lane (Whitney Moore) auf dem Weg in die Stadt mit ihrem SUV mitten in der Wüste liegen bleibt, ahnt sie noch nicht, dass unlängst eine Zombieseuche ausgebrochen ist. Ihr einziger Kontakt zur Außenwelt besteht zu Max, der in der Zentrale des Pannendienstes arbeitet und nur spärliche Informationen vermitteln kann. Wenig später begegnet Kirby den ersten Infizierten…
Manchmal erweist sich die Konzentration auf eine minimalistische Ausgangslage als goldrichtig, denn Momente der Isolation erzeugen zumindest im ersten Drittel eine stimmige Atmosphäre, die von den Gesprächen zwischen Kirby und Max lebt, während Zombieattacken sparsam aber effektiv eingesetzt werden.
Jedoch ist dem Stoff deutlich anzumerken, dass viele Szenen erst im Nachhinein entstanden, für einige zeichnet sich gar ein zweiter Regisseur verantwortlich, was sich negativ auf Dramaturgie und Kontinuität auswirkt.
Teils ist das Editing katastrophal. Einer Szene mitten in tiefschwarzer Nacht folgt eine bei strahlendem Sonnenschein oder umgekehrt und als die Szenerie in die Stadt verlagert wird, ist es mit der Logik beinahe gänzlich dahin. Die bis dato einigermaßen dichte Stimmung weicht mager inszenierter Action, bei der zwar jede Menge Blut aus dem Rechner spritzt, Einschüsse hingegen nur selten auszumachen sind. Beispielhaft für die dilettantische Inszenierung sind Sprünge von Überlebenden vom Dach auf Müllsäcke, bei deren Landung die maximale Sprunghöhe von einem Meter durch den geringen Aufprall mehr als offensichtlich wird.
Ein weiteres Manko bilden Inserts und Kollagen in comichafter Form, welche rein gar nicht zur Grundstimmung passen, zumal sich einzelne Motive ständig wiederholen.
Ebenfalls störend sind Teile der musikalischen Untermalung in Form einiger Metal Tracks, von denen Anfänger häufig glauben, sie würden die Stimmung anheizen. Das Gegenteil ist natürlich der Fall.
Halbwegs getragen wird die Chose von der kaum beneidenswerten Whitney Moore, die ihrer Figur immerhin ein wenig Personality verleit, obgleich die rapide Entwicklung von einer nahezu hilflosen Frau zur kampferprobten Amazone kaum nachvollziehbar scheint. Ihre übrigen Mitstreiter bewegen sich eher auf Anfängerniveau, was auch für die Kamera gilt, welche phasenweise den Fokus verpeilt und speziell bei Nahaufnahmen von Gesichtern selten die goldene Mitte findet.
Mit der Reduktion auf Kirby, einem Gesprächspartner, einigen Zombies und anderen widrigen Umständen wie Hunger, Durst und mangelnder Schutz hätte ein packendes Überlebensszenario entstehen können, doch Regisseur Schultz hatte mehr im Sinn, was er jedoch nur unzureichend ausgearbeitet hat. Das Endergebnis ist trotz der kurzen Laufzeit von 76 Minuten nur leidlich unterhaltsam, kaum spannend und unterm Strich nicht empfehlenswert.
3,5 von 10