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Ich weiß nicht wie Ihnen geht, aber wenn ich lese, dass einem Klassiker ein Remake "gewidmet" wird, kräuseln sich bei mir die Fußnägel. Grade im stagnierendem Horrorgenre ist es eine Art Drohung geworden, ein Remake eines großen Films zu produzieren. Nun ist also "Es" an der Reihe. Jener großartiger Horrorclown, gespielt von Tim Curry, soll nun eine Neuauflage bekommen. Ich war alles andere als begeistert. 

Zum Glück wurden meine Befürchtungen nicht ganz zur bitteren Wahrheit. Aber eins nach dem anderen. Das Genre besticht heutzutage meistens aus billigen Jumpscares, dummen CGI Effekten, Vorhersehbarkeit und verschenktem Potential. So nehme ich als Fan, Horrorfilme seit ca. 2 Jahren wahr. Als ich dann noch von den Schwierigkeiten bei der Produktion von "Es" hörte, taten sich dunkle Wolken am Himmel auf. 

Kurzer Inhalt:In der Kleinstadt Derry, im Bundesstaat Maine, ist Zahl der Vermissten deutlich höher als in anderen Städten. Auffällig ist, das es meist Kinder sind, die spurlos verschwinden. Eine Gruppe Jugendlicher tut sich zusammen, um dem Treiben auf die Spur zu kommen. 

Der Film startete mit überwiegend überschwänglich guten Kritiken und dies verbreitete sich wie ein Lauffeuer. Weltweit. Nicht zu unrecht. Der Film ist eine moderne Inszenierung des Buches und schafft es außerdem den Charme des alten TV Zweiteilers zu erhalten. Im neuen "Es" finden sich deutlich mehr Buchinhalte wieder als damals. Die Auswahl der Kinder- bzw. Jugenddarsteller ist super. Alle unterscheiden sich sehr voneinander, so dass man sich sicherlich in der ein oder anderen Szene, selbst in die Schulzeit zurück versetzt fühlt.

Bill Skarsgard als Pennywise macht eine außergewöhnlich starke Performance. Allerdings muss ich Abstriche machen. Sein Pennywise verköpert nur den Aspekt "Böse". Curry's Version hatte viel mehr Facetten und das empfand ich als bedrohlicher. Ein Beispiel: Er lockte die Kinder mit Lachen und Freundlichkeit an. Um dann eiskalt zuzuschlagen. An Skarsgards Clown war immer nur die Bedrohlichkeit zu erkennen. Ihm würde ich mich so oder so niemals nähern. Das macht Ganze etwas unlogisch, dass die betroffenen Kinder auf diesen Clown hereinfallen. Trotzdem ein extrem gutes Schaupiel. 

Das der Film in den 80ern spielt, merkt man den Sets deutlich an. Sehr liebevoll wurden Kinoüberschriften, Poster, Games und Boybands platziert. Ein Fest für Kinder die in diesem Jahrzent aufgewachsen sind. 

Sonst hat der Film stets eine bedrohliche Atmosphäre und man hat immer eine Art ungutes Gefühl beim schauen. Natürlich kommt auch "Es" nicht ganz ohne Jumscares aus. Diese sind aber sinnvoll und wohldurchdacht platziert. Und tatsächlich hier und da nicht vorhersehbar. Die albtraumhaften Visionen der jugendlichen, sind sehr schön durchgestylt und wirken surreal. 

Die Effekte sind größtenteils Handgemacht, viel wird mit Kamerawinkeln und Lichtspielerrein erzeugt. Allerdings konnte nicht ganz auf CGI verzichtet werden. Es bewegt sich aber alles im akzeptablen Rahmen. 

Der Soundtrack ist dezent und spielt seine Stärken in den ruhigen, spannenden Szenen aus, ist aber nichts, was lange hängen bleibt. Schön ist, dass einige Hits aus den betreffenden Jahren zu hören sind. So sind z.B. The Cure oder New Kids on The Block vertreten.

Fazit:

Gelungene King Verfilmung. Mir gefällt außerordentlich gut, dass jeder andere Ängste hat und diese im Film heraus gearbeitet wurden. 

"Es" macht Angst, "Es" ist bedrohlich und "Es" ist einer der wenigen Horrorfilme mit einer guten Story dahinter. Evtl sollten sich die Produzenten öfter an die Horrorgroßmeister wenden. Dann klappt's auch mit dem Nachbarn. 

8/10 Punkte

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