Review

Derry, Maine, 1988. Als der kleine Georgie bei Regen draußen spielt und seinem selbstgebastelten Papierboot nachläuft, begegnet er in der Kanalisation einem Clown namens Pennywise – und verschwindet spurlos. Ein Jahr später schließen sich sieben Kinder – der sogenannte "Loser Club" – zusammen, weil sie alle mit unheimlichen, albtraumhaften Erlebnissen konfrontiert wurden, die mit einer Reihe von Kinderverschwinden in Verbindung stehen. Sie erkennen, dass Pennywise kein gewöhnlicher Clown ist, sondern ein uraltes, bösartiges Wesen, das aus der Angst seiner Opfer Kraft schöpft. Gemeinsam stellen sie sich dem Grauen, das in den Schatten Derrys lauert.


Meinung

Es – Kapitel 1 ist ein Paradebeispiel dafür, wie man ein Remake richtig macht. Der Film ist nicht einfach nur eine Neuauflage, sondern eine massive Weiterentwicklung – moderner, düsterer und emotional dichter. 

Was hier besonders stark ist, ist der Mix aus echtem Horror und nostalgischem 80er-Feeling. Man wird sofort an Filme wie Stand by Me, Die Goonies oder Stranger Things erinnert: eine eingeschworene Kindergruppe, Fahrräder, Mutproben, eine düstere Bedrohung – das funktioniert einfach, wenn es gut gemacht ist. Und hier ist es verdammt gut gemacht.

Die Kinderdarsteller sind perfekt gecastet. Jaeden Martell als Bill bringt echte Tiefe rein, Sophia Lillis als Beverly ist stark und verletzlich zugleich, und Finn Wolfhard als Richie liefert eine der besten Kombinationen aus Comic Relief und echter Sympathie. Man nimmt ihnen das alles ab – die Angst, die Freundschaft, den inneren Kampf.

Und dann ist da natürlich Bill Skarsgård als Pennywise. Der Typ ist eine Naturgewalt. Seine Darstellung ist nicht nur gruselig, sie ist beunruhigend. Diese Mischung aus kindlicher Verspieltheit und völliger Unberechenbarkeit ist so intensiv, dass man als Zuschauer nie weiß, wann der nächste Schock kommt – nur, dass er kommt.

Visuell ist der Film über weite Strecken ein Brett. Die Effekte sind top – egal ob practical oder CGI. Besonders stark ist, dass das CGI nie billig wirkt, sondern in den Stil des Films eingebettet ist. Die Albtraum-Szenen, die Darstellung der Ängste der Kinder – alles wirkt wie ein finsteres Märchen mit realer Bedrohung. Und das macht den Film so effektiv.

Wer das 90er-Original kennt, wird nach dem Schauen des Remakes merken, wie weichgespült die alte Version im Vergleich wirkt. Was damals als TV-Miniserie okay war, wirkt heute harmlos, fast wie ein vorsichtiger Aufguss. Skarsgårds Pennywise macht aus Tim Currys Version eine harmlose Clown-Parodie, und der Terror-Level ist im Remake um ein Vielfaches höher. Die neue Version nimmt keine Rücksicht – sie geht direkt rein und bleibt unangenehm. Genau das macht sie so stark.

Der Film hält sich in großen Teilen eng an Stephen Kings Vorlage, traut sich aber dennoch, bestimmte Dinge neu zu interpretieren – vor allem in der Art, wie der Horror dargestellt wird. Statt sich auf subtile Andeutungen zu beschränken, geht der Film teilweise all-in, ohne ins Lächerliche abzudriften. Es ist Horror, der auch erwachsenen Zuschauern an die Substanz geht.


Fazit

Es – Kapitel 1 ist für mich ein mehr als würdiges Remake – es ist ein eigenständiger, fesselnder Horrorfilm mit echter emotionaler Tiefe, einer grandiosen Besetzung und einer konsequent unheimlichen Inszenierung. Für alle, die das Original kennen, wirkt dieses Remake wie eine entfesselte, entschlackte und deutlich effektivere Version. Nostalgisch, brutal, mit Herz – und einem Clown, der einem garantiert noch lange im Kopf bleibt.

Modern, packend und erschreckend gut.

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