Review

Im hohen Pappkarton


Was macht Mann, wenn er mal ein sturmfreies WE hat?
Da baut er sich sein ganz eigenes Pappmaschee-Königreich glatt. 

Nur was, wenn er sich darin dann verläuft?
Und sich sein persönliches Labyrinth nach innen wie außen fallengespickt häuft?!

Der Künstler und sein Irrgarten der Kreativität,
zu diesem künftigen Kulti sollte keiner kommen zu spät. 

„Dave Made a Maze“, der (Alp?)Traum eines jeden Setdesigners,
doch der Funken auf die Wahrheit eines jeden Reimers.

Überraschend düster und super zart, detailverliebt, echt und liebevoll zugleich,
taucht man liebend gern ab in dieses pappsüsse Reich. 

Kunstausstellung trifft surreales Vergnügen,
doch würde ich ihn fehlerfrei oder perfekt nennen, müsste ich natürlich lügen.

Nur macht er sich selbst seine Schwächen zur Stärke,
da dauerte es nicht lang, bis ich seine Genialität bemerke.

Das ist etwas, was man noch nie hat geseh'n,
das fühlt man einfach, dafür muss man gar nicht alles versteh'n.

Ein Abenteuer zwischen Videospiel, Monty Python und Jodorowsky,
um das zu feiern, muss man weder auf Drogen noch sein ein Besoffski.

Dieses überraschend vielfältige Haus im Haus ist einfach eine Perle,
für zarte Gemüter, sanfte Künstler oder auch echte Kerle.

Das Playsi-Game „Tearaway“ trifft auf Scott Pilgrim und „Labyrinth“,
da wird nochmal freigesetzt im Manne das Kind. 

Hier waren dem Bastelspass und den Ideen kaum Grenzen gesetzt,
schade, dass man durch manche Räume und Gebilde etwas hetzt. 

Ich mochte die Figuren, finde die Idee grandios, ich liebe die Sets,
solch einem konfus-kichernden Abstieg gehe ich gerne ins Netz.

Fazit: surreal, kreativ, süß, persönlich und einfach schön - „Dave Made a Maze“ ist absurdes Indiekino voller Charme, Spaß, Eigenheit. Und hat „kommender Kult“ überall und quer auf sich stehen. Faszinierend! 

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