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Nicht jeder Darsteller muss zwangsläufig eine Schauspielschule von innen gesehen haben, denn Quereinsteiger wie Musiker (Luke Goss), Wrestler (The Rock) oder Wasserspringer (Jason Statham) haben es durchaus zu etwas gebracht. Wenn man allerdings auf einen YouTuber für die Hauptrolle setzt, ist selbst so ein einfaches Ding wie ein Slasher beinahe zum Scheitern verurteilt.

Mike (Chris O'Flyng), seine Schwester und vier weitere Freunde befinden sich für einige Tage am Black Creek, Wisconsin, um die Asche des soeben verstorbenen Vaters zu verstreuen.
Noch ahnt niemand, dass just ein alter Indianerfluch in Gang gesetzt wurde, auf dass dämonische Besessenheit um sich greift…

Rund drei Millionen Dollar soll die Produktion gekostet haben, - viel sieht man davon nicht.
Die Waldkulissen wirken austauschbar, die dazugehörige Hütte ebenfalls und in Sachen CGI hat es lediglich für einen schwarzen Todesatem gereicht, was immerhin zweckdienlich und nicht billig inszeniert ist. Das Hauptproblem ist jedoch ein anderes: Auffällig schwache Mimen mit null Ausstrahlung verkörpern unsympathische Figuren, deren Schicksal durch die Bank egal ist. Die stümperhaften Dialoge tragen ebenfalls dazu bei.

Zudem dümpelt die Handlung eine knappe Stunde vor sich hin und wirft mit möglichen Ursachen einiger gewaltsamer Ableben um sich. Dazwischen ermitteln zwei Cops, zwei Einheimische wissen etwas mehr und eine Liaison bahnt sich an. Es gibt zwar einige Ableben, doch Gewalttaten finden durch die Bank im Off statt, weil es wahrscheinlich nicht für überzeugende Effekte gelangt hat. Entsprechend sieht man lediglich einige Leichen, beziehungsweise besessene Untote mit weißen Klüsen. Über einen skalpierten Schädel, einige Stichwunden und Tote ohne Augäpfel kommt man nicht hinaus.

Obgleich die letzte Viertelstunde deutlich an Fahrt aufnimmt und das Bäumchenwechseldich beinahe im Minutentakt gespielt wird, kommt nie wirklich Spannung auf, zumal sich Abläufe reichlich vorhersehbar gestalten und entsprechende Erklärungsversuche unentschlossen zwischen Indianer-Mythos, Serienkiller-Geschichten und urbanen Legenden pendeln.
Immerhin findet das humorbefreite Treiben nach 80 Minuten ein Ende.

Teile des Scores könnte man noch lobend erwähnen, da einige Parts an schlichte Werke von Carpenter erinnern, während andere die mystischen Aspekte mithilfe von Panflöte und Tribal-Drums passabel untermauern. Aber das allein rettet ja nichts, denn anderweitig ergibt sich ein optisch unauffälliger, weitgehend unblutiger Slasher, dem es an Kreativität und dem Gespür fürs Wesentliche mangelt.
3 von 10

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