Review

Trotz des identischen Titels nicht zu verwechseln mit dem Knastknaller mit Sylvester Stallone, obgleich die Handlung ebenfalls im Gefängnis angesiedelt ist. Autor und Regisseur Jared Cohn, dessen Werke in Sachen Qualität zwischen annehmbar und grottenschlecht schwanken, zieht es nach 2013 erneut in den Frauenknast. Leider mit mehr nackter Haut als ordentlichen Fights.

Die amerikanische Studentin Mallory (Kelly McCart) verbringt ein Jahr in Thailand bei ihrem Onkel (Jared Cohn), als sie sich gegen attackierende Schülerinnen zur Wehr setzt. Daraufhin landet sie in einer Besserungsanstalt, welche sich rasch als Frauenknast entpuppt. Mallory wird nicht nur von den Mithäftlingen drangsaliert, ihr bleibt nur wenig Zeit, um sich auf den ersten Kampf vorzubereiten…

Speziell in den Siebzigern gab es eine ganze Reihe mit Frauenknastfilmchen, welche Exploitation in Reinform darstellten. Bis auf Foltereinlagen ist Cohns Film nicht weit davon entfernt, denn es gibt eine Menge nackter Tatsachen, Duschszenen und ein wenig Softsex, was für die eigentliche Handlung nahezu irrelevant ist. Lediglich eine Vergewaltigungsszene wurde in der deutschen Fassung herausgeschnitten, was etwa eine halbe Minute ausmacht.

Auf der anderen Seite mangelt es an ordentlichen Figurenzeichnungen. Mallory erhält nur einen schwammigen Background, der ein Geheimnis um ihren reichen Vater macht, nichts zur Mutter sagt und ebenfalls verschweigt, was sie zu ihrem Onkel nach Thailand zieht.
Mit den übrigen Häftlingen verhält es sich nicht besser, da es sich ausschließlich um stereotype Klischeefiguren handelt. Es gibt eine Verbündete, eine spezielle Bitch, eine geheimnisvolle Sportliche und natürlich die erbarmungslose Direktorin nebst garstigen Wärtern.

Es ist das latente Unbehagen aufgrund diverser Bedrohungen, welches die Erzählung so einigermaßen bei Laune hält. Denn der erste Kampf findet erst nach einer knappen Stunde statt und ist innerhalb weniger Prügeleinlagen beendet, der zweite ist bereits Teil des Showdowns, der eine komplett unglaubwürdige Wendung beinhaltet und gleichermaßen mit unzähligen Logiklücken behaftet ist.

Einen gewissen Respekt muss Hauptdarstellerin McCart gezollt werden, denn die zieht nicht nur einige Male komplett blank, sondern hat auch sonst körperlich einiges zu tun. Mimisch ist zwar Luft nach oben, doch bei unglaubwürdigen Figurenentwicklungen sind selbst die besten Mimen machtlos. Die übrigen Darsteller performen okay, Katrina Grey als Verbündete sticht noch positiv hervor.

Bleibt am Ende die Frage, an wen sich das Werk richten soll: Für ein Knastdrama bleibt der Stoff zu oberflächlich, für Actionfreunde sind die Fights zu lasch inszeniert und allenfalls zweckdienlich choreographiert und für einen Thriller mangelt es schlichtweg an Spannung, zumal dramaturgisch viel in den Sand gesetzt wird. Fans nackter Haut …
Nein. Es lohnt sich nicht wirklich.
Knapp
4 von 10

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