Der jungen Amerikanerin Mallory (Kelly McCart) spielt das Schicksal übel mit: An ihrer Schule im thailändischen Bangkok wird sie von ihren Mitschülerinnen gemobbt und als sie sich gegen körperliche Angriffe zur Wehr setzt, dafür auch noch verklagt. Eine hohe Geldsumme als Strafe sowie 2 Jahre in einer Besserungsanstalt lautet das Urteil, das auch in Hinblick auf ihren vermögenden Vater so gefällt wurde. Mallory, die bei ihrem Onkel Tommy in Thailand lebt, bleibt also nichts anderes übrig, als die Strafe anzutreten, die sich als Frauenknast für junge Mädchen herausstellt. Zunächst geht das Mobbing gegen "die Neue" weiter, dann aber besinnt sich Mallory auf ihre eigenen Fähigkeiten und trainiert hart, um die dort regelmäßig von der korrupten Gefängnisleitung veranstalteten Kämpfe zu gewinnen. Ob sie es wohl schafft, sich gegen überwollende Mithäftlinge durchzusetzen...?
Was sich schon in der kurzen Zusammenfassung nach Thrash anhört, ist auch tatsächlich Trash: Angefangen von der Story über die Darsteller bis zum Setting atmet alles den Geruch eines Amateurfilmchens, der 4 Jahrzehnte nach der Blütezeit der women-in-prison-Streifen dieses Subgenre nochmals aufleben lassen will, wobei die Betonung auf will liegt. Denn wirklich gelungen ist es Jungfilmer Jared Cohn, dessen Ausstoß in den letzten Jahren zwischen 3 bis 6 Regiewerken pro Jahr liegt, natürlich keineswegs: Locked up wirkt wie ein nebenbei gedrehtes Schüler-Projekt, orientiert sich thematisch an den alten Vorbildern und bringt nicht eine einzige neue Idee ein. Dementsprechend zäh und holprig gestaltet sich der vorhersehbare Ablauf, und da der Film sich selbst auch noch ziemlich ernst nimmt, kommt dem gelangweilten Zuschauer zu keiner Zeit ein Lächeln aus - nicht einmal aufgrund unfreiwilliger Komik.
Was die Location betrifft, so wird die maßgebliche Gefängniszelle, in die Mallory gesteckt wird, als kaum 20 m² großes Loch dargestellt, in dem etwa ein halbes Dutzend Insassinnen ihre Zeit verbringen müssen. In einen dunkelroten Knastkittel gewandet, müssen die Mädels, von denen es im gesamten Gefängnis nicht mehr als ein vielleicht 15 gibt, solch sinnvolle Arbeiten wie Bodenschrubben und Toilettenputzen verrichten. Geschlafen wird auf (sauberen!) Strohmatten am Boden ohne Kissen, und nachts läuft ab und zu eine Maus (ja, eine Maus, nicht etwa eine Ratte) dort spazieren. Das Mäuslein übrigens wird später in einer zum Fremdschämen schlecht abgefilmten Szene von Mallory verspeist werden...
Das Wachpersonal besteht aus einigen wenigen Thailändern (immerhin in Uniform), über deren schauspielerisches Können man lieber den Mantel des Schweigens deckt - kommandiert werden diese von der Gefängnischefin, die ein Corporal auf dem Schiffchen trägt und deren Uniform sie als Jenifer ausweist. Sie führt die Verhandlungen mit den Angehörigen und organisiert die Kämpfe zwischen den Sträflingen, wobei sie es auf großzügige Zuwendungen von außerhalb abgesehen hat. Mallorys Onkel Tommy, praktischerweise dargestellt von Regisseur Cohn himself (obwohl dieser eher wie Mallorys kaum älterer Bruder wirkt), hat nicht genügend Scheinchen und so muß seine Nichte durch die, ähm, harte Schule des Lebens gehen oder wie man die bemüht schrecklich wirkenden Lebensumstände in der Besserungsanstalt bezeichnen mag. Dazu gehört selbstredend auch eine Vergewaltigung durch das Wachpersonal unter Aufsicht der Gefängnischefin, welche nicht nur graphisch stark verkürzt dargestellt wird, sondern auch sonst jeder Beschreibung spottet: Den Uniformierten ist direkt anzusehen, wie peinlich ihnen diese als "Belohnung" apostrophierte Tat ist. Nicht viel besser sind zwei cat-fights (teilweise in Zeitlupe) choreographiert. Gähn...
Negativ macht sich auch der unübersehbare Drang des Regiseurs bemerkbar, entsprechend den WIP-Vorbildern einige Nacktszenen zu integrieren: Neben einigen verhuschten Kurzeinstellungen beispielweise in der Dusche ist es allerdings nur Hauptdarstellerin Mallory, die sich das eine oder andere Mal auszieht - darunter natürlich auch in der Dusche (eine unspektakuläre Lesbenszene ist etwas später auch noch zu verzeichnen). Ob die pausbäckige Rothaarige mit den Sommersprossen und dem schneeweißen Teint damit den Geschmack des - vermutlich großteils männlichen - Zielpublikums trifft, sei dahingestellt. Immerhin absolviert Kelly McCart ihre Strip-Einlagen relativ ungezwungen, wie auch ihre Mimik zumindest Engagement für ihre (Haupt-)Rolle erkennen läßt - die leidende Insassin stellt sie halbwegs glaubwürdig dar. Nur in der Trainingsszene, während Mallory den Sandsack streichelt, äh, verdrischt, kichern die beiden beteiligten Mädels viel zu sehr, um ernst und konzentriert zu wirken. Dennoch ist die stämmige Rothaarige der einzige Grund, diesem schwachen Filmchen 2 Punkte zu kredenzen. Über das hanebüchene und viel zu abrupte Ende reden wir lieber nicht mehr. Für Komplettisten und Sammler mag Locked up vielleicht interessant sein, ansonsten eher Zeitverschwendung.