kurz angerissen*
Der Kreisverkehr am Ortseingang Niederkaltenkirchen ist für die Handlung von „Grießnockerlaffäre“ relevanter denn je. Abzweigungen nach außen, wie etwa beim Italien-Trip aus „Schweinskopf Al Dente“ oder beim Flug nach Teneriffa in „Winterkartoffelknödel“, gestattet Rita Falks Vorlage diesmal offenbar nicht; der Niederbayer darf sich nun wieder gedankenlos im Kreise drehen und ungestört im eigenen Safte dünsten. Wenn schon nicht die fehlende Motivation dafür sorgt, dass der Kriminalfall in die weite Welt hinaus expandiert, so verschleiert wenigstens der Alkohol den Orientierungssinn. Und so sind ein paar Runden mit dem Böllerwagen durch den Kreisverkehr am Ende alles, was der völlig betrunkene Main Cast jenseits des Ortseingangsschildes zustande bekommt.
Dabei klingt am Skript zunächst einmal nichts nach Erhalt des Status Quo. Immerhin wird Franz Eberhofer diesmal des Mordes an einem Vorgesetzten beschuldigt. Eine feucht-fröhliche Hochzeitsfeier (mit einem sehr speziellen Running Gag: Der Ghanaer Castro Dokyi Affum diesmal nicht als Fußballer oder Pizzabote, sondern als singender Alleinunterhalter) gibt zum Auftakt den Ton an und stellt die Verhältnisse schnell klar. Es dauert keine fünf Minuten, da fuchtelt Eberhofer bereits mit seiner Dienstwaffe herum und wirft im angedichteten Zustand mit Drohungen um sich. Schön, dass man sich auf Sebastian Bezzel verlassen kann; der Mann trifft die Rolle nicht nur in den kleinen Momenten wie beim Zubereiten einer Leberkäs-Semmel perfekt, sondern sorgt selbst in den abgedrehten Situationen dafür, dass man als Zuschauer nicht allzu voreilig die „unrealistisch“-Keule herausholt.
Als dann aber Omas Jugendliebe Paul wie aus dem Nichts zur kauzigen Familie stößt und es fortan nur noch Grießnockerlsuppe gibt (nichts anderes verträgt Paul), heißt es wieder: Omas Küche Est Omen. Mit der täglich grüßenden Suppe geht auch alles andere in die Wiederholung: Susi nervt, Rudi hadert nervös mit dem Fotoapparat, Flötzinger gibt das Ekel.
Dass sich der vierte Eberhofer-Fall selbst genug ist, kann man positiv wie negativ auslegen. Ambitionierte Larger-Than-Life-Szenarien, die bloß den Erfolg der Reihe widerspiegeln und dafür ihren Charakter aufs Spiel setzen, braucht schließlich keiner. Andererseits vermisst man schon einen starken Antagonisten, wie Gregor Bloéb ihn im Vorgänger geboten hat. Zumal Neuzugang Lilith Stangenberg unangenehm an Jeanette Hains verkrampfte Femme-Fatale-Variation aus „Winterkartoffelknödel“ anschließt. Der Wind, der durch Niederkaltenkirchen weht, riecht diesmal doch ein wenig muffig...
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