Im Gegensatz zu "Rosemarys Baby" oder "Der Mieter" drehte Roman Polanski mit diesem Ausflug in den phantastischen Film eine reine Komödie, die das Vampirgenre ironisch auf die Schippe nimmt. Zu einer Zeit gedreht, als entsprechende Hammerproduktionen erfolgreich waren, verwundert seine Variation mit Ferdy Mayne ("Gruft Der Vampire") als Graf Krolock zunächst wenig, denn der ähnelt in seiner gentlemanliken Art ein wenig Christopher Lee. Krolocks Sohn hingegen, der tuntige Herbert, welcher sich in den gleichaltrigen Alfred verguckt, zeugt schon wieder von dem Tenor, der vorherrscht, nichts ist heilig. "Tanz Der Vampire" ist durchzogen von sexuellen Andeutungen und zwar weniger zurückhaltend, als die meisten englischen Pendants. Wild waren die Endsechziger und die Welt noch in Ordnung für Roman Polanski, der, für ihn typisch, herrlich naiv und unbeholfen Professor Abronsius' Gehilfen spielt, lediglich zielstrebig die Rettung seiner bezaubernden Angebeteten Sarah (Sharon Tate) vor Augen. Zu keinem Zeitpunkt nimmt sich der Film ernst, von kleinen gelungenen Gags bis hin zu offenem Slapstick reicht die Palette, letzteres wirkt auf Kinder sicher ansprechender und gleitet zuweilen in Albernheiten ab. Das Drehbuch von Gérard Brach ("Der Name Der Rose") plündert so ziemlich alle Legenden um die Blutsauger, um mit mehr oder weniger unkonventionellen Erklärungen im Kampf gegen die Vampire aufzuwarten. Der Knoblauch wird prophylaktisch schonmal zehenweise gegessen und der Sarg für eine Verfolgungsjagd als Schlitten missbraucht. Stets über den Dingen steht dabei der fachkompetente Dr. Ambrosius, äußerlich eine Albert-Einstein-Figur und etwas verschroben, doch zweifellos ein furchtloser Vampirjäger. Sein Gehilfe Alfred hingegen hat es nicht so mit Pflöcken und Hammer, macht ja nichts, es geht, wie so oft bei Polanskis romantischer Ader, doch mal wieder um die Liebe. Heutzutage wirken die Kulissen stimmig, auch wenn manche Studiobauten zu erkennen sind, im Schloss liess man sich mit der Gothicausstattung nicht lumpen, ebenso bei den waghalsigen Dachklettereien der furchtlosen Vampirjäger. Insgesamt umgibt "Tanz Der Vampire" der verschneite Hauch eines Märchenfilms und da das alles blutleer ist, ist das für die ganze Familie geeignet.
Fazit: Gelungene Vampirpersiflage und gleichzeitig eine Hommage an den klassischen Slapstickfilm in ungewohnter Gruselumgebung. 7/10 Punkten