"Ich bin ein Nachtschwärmer. Am hellichten Tag bin ich nicht zu gebrauchen."
Professor Abronsius (Jack MacGowran) und sein Gehilfe Alfred (Roman Polanski) begeben sich in Transsilvanien auf Vampirjagd. In einer Herberge finden sie Unterschlupf vor dem winterlichen Wetter. Vorläufig ergeben die Erkundigungen bei Bewohnern und Besuchern noch keine Hinweise auf die Blutsauger. Als jedoch die Herbergstochter Sarah (Sharon Tate) von Graf Krolock (Ferdy Mayne) entführt wird, heften sich die beiden tolpatischigen Jäger an die Fersen des Vampirs und entdecken ein Schloss.
Roman Polanski's "Tanz der Vampire“ gilt zu den Klassikern und Kultfilmen seines Genres. Kein vergleichbarer Film ist in der Lage die einprägsame Art dieser Vampirfilm-Parodie zu imitieren. Dabei ist das Grundgerüst der Geschichte altbekannt.
Der Film bietet einen sehr in sich geschlossenen Kosmos, da die Handlung ausschließlich auf die Herberge, die verschneite Wildnis und das Schloss beschränkt bleibt. Auch bietet das Script keine wirklich runde Geschichte an, sondern präsentiert das Geschehen episodenhaft, durch lohnenswerte zu erzählende Ereignisse.
Der besondere Reiz von "Tanz der Vampire“ sind die herrlich skurrilen und schrulligen Figuren, sowie deren kurioses und gleichermaßen erfolgloses Bemühungen, die Vampire auszurotten. Dabei bleibt die Parodie vergleichsweise ruhig. Verspielt, jedoch nie von Hektik übermannt, tollen die Protagonisten oft wortlos durch die Kulissen, stolpern über Möbelstücke und bleiben in Fensteröffnungen stecken. Die situative Komik ist so simpel wie effektiv, lädt jedoch mehr zum verschmitzten Grinsen denn zum schallenden Gelächter ein.
Einbußen gesteht sich "Tanz der Vampire“ durch seine schwächelnde Synchronisation, die so manchen Gag verschluckt und diverse ernsthaft anmutende Situationen ein. Gerade der Schluss verliert die Ironie, die der Film die ganze Zeit aufgebaut hat.
Technisch präsentiert sich die Vampirfilm-Parodie souverän. Sowohl die Ausstattung der Kulissen, Kostüme und Maske liegen auf hohem Niveau. Zusammen zur stimmungsvollen Musik ergibt sich eine wohlig-gruselige Atmosphäre.
Die Darsteller sind durchweg ordentlich, wobei Jack McGowran ("Der Exorzist") seinen wunderbar kauzigen Professor am überzeugendsten präsentiert. Ferdy Mayne ("Agenten sterben einsam") und besonders Sharon Tate wurde recht wenig Zeit zugestanden, unterhaltsam sind sie trotzdem. Ebenso Roman Polanski, der mit dieser gleichzeitigen Rollenannahme sichtbar gut ausgelastet ist.
Roman Polanski gelingt mit seiner Gruselkomödie eine intelligente, alberne und respektlose Parodie auf die zahlreichen Draculaadaptionen der Filmgeschichte. Der Horrorklassiker ist gruselig und witzig zugleich, aber auch unerwartet ernsthaft. Besonders unterhaltsam sind die sich ergebenden Situationen in die die beiden trotteligen Vampirjäger bei ihrer späteren Jagd und Flucht geraten. "Tanz der Vampire“ ist allerdings in die Jahre gekommen und zieht sich insbesonders in der ersten Hälfte durch seine ideenlose Handlung.
6 / 10