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Für „Krieg der Welten“ verballerte Steven Spielberg rund 130 Millionen Dollar, während der ähnlich gelagerte „District 9“ nur 30 Millionen verschlang. Eine Mischung aus beiden Stoffen liefert Regisseur Joe Miale, der mit „Revolt“, so der Originaltitel, sein Spielfilmdebüt feiert und das mit gerade einmal 4 Millionen Dollar Budget.

Nahe Kenia: Nach einer Explosion erwacht Soldat Bo (Lee Pace) mit Erinnerungslücken hinter Gittern, in der Zelle neben ihm die französische Ärztin Nadia (Bérénice Marlohe). Den beiden gelingt die Flucht, doch auf dem Weg zur Grenze müssen sie sich außerirdischen Kampfrobotern erwehren, die bereits Großteile der Erde zerstörten. Gemeinsam mit anderen Überlebenden versuchen sie die Schwachstelle der Invasoren zu ermitteln…

Apokalypse geht auch mit etwas weniger Budget, denn Miale weiß definitiv, was er im Rahmen der Möglichkeiten auffahren kann und was nicht. Die globale Zerstörung bleibt zwar außen vor, doch Südafrika macht sich recht gut als heruntergekommener Schauplatz des Überlebenskampfes. Die Ausstattung ist überaus gelungen, diverse Trümmerlandschaften und verwaiste Orte schüren Atmosphäre und während es vielerorts grau, dreckig und sandig vonstatten geht, tauchen regelmäßig kampfbereite Drohnen auf zwei Beinen auf, die per CGI absolut gekonnt in die Szenerie geworfen werden und zahlreiche Zivilisten atomisieren.

Abwechslung wird durch die Vorgehensweise eines Roadmovies geschaffen, denn Bo und Nadia sind nahezu ständig in Bewegung, treffen auf Söldner und ehemalige Staatsfeinde, auf einen Kriegsfotografen und auf eine Widerstandsgruppe rund um einen Physiker, der final das As im Ärmel haben könnte. Allzu viel Tiefgang wird den Figuren zwar nicht zugesprochen, doch kurze Verschnaufpausen reichen aus, um ein paar Hintergründe zu offenbaren, während Bo Erinnerungsfragmente einzuordnen versucht.

Der Background der Invasoren bleibt vage, ein minimaler Twist im letzten Drittel überrascht nur wenig und das Verhalten einiger Individuen ist oftmals irrational bis ärgerlich, wogegen sich der zurückhaltende Score gut in die Gesamtstimmung fügt und die Sounduntermalung, speziell bei Annäherung der Drohnen ganze Arbeit leistet und Spannung schürt.
Hauptdarsteller Lee Pace überzeugt nicht nur auf physischer Ebene, man nimmt ihm auch die Amnesie und den Überlebenswillen voll ab. Bérénice Marlohe hat zwar etwas weniger zu tun, doch auch sie hat ihre intensiven Momente, etwa, als sie Bo eine folgenschwere Entscheidung abnimmt.

Was Miale mit einem so überschaubaren Budget auf die Beine stellen konnte, ist durchaus beachtlich und zeugt von einem gesunden Selbstbewusstsein, allerdings nicht von Selbstüberschätzung. Die übermächtigen Kampfroboter sind durch die Bank überzeugend in Szene gesetzt, die ungewöhnlichen Kulissen detailreich ausgestattet und auch das Gespür fürs Timing stimmt. Die weniger originelle Story hängt zwar ab und an leicht durch, doch die Optik kaschiert so einige Mankos, wonach Genrefreunde bedenkenlos zuschlagen können.
7 von 10

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