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Missliche Situationen im Wasser sind nicht erst durch Haie entstanden, - man kann auch einfach mal so mutterseelenallein im Ozean treiben oder auf einer einsamen Insel stranden.
Oder noch einfacher: Im Hallenbad unter einer Fiberglasabdeckung eingesperrt sein.

Die ungleichen Schwestern Bree (Nora-Jane Noone) und Jonna (Alexandra Park) befinden sich im Hallenbad, als Bree kurz vor Schließung ihren Verlobungsring am Boden des Pools entdeckt, woraufhin beide danach tauchen. Doch da hat sich bereits die Abdeckplatte über sie geschoben. Als die kleinkriminelle Putzfrau Clara (Diane Farr) auf die beiden aufmerksam wird, denkt sie gar nicht an rasche Hilfe…

Den beiden Darstellerinnen dürfte in den rund zwei Wochen Drehzeit Entenhaut zwischen den Fingern gewachsen sein, denn die meiste Zeit befinden sich nur Kopf und Teile des Halses über Wasser. Zwischen Wasseroberfläche und Abdeckung sind etwa 40 Zentimeter Freiraum, woraufhin Klaustrophobiker aus gutem Grund abwinken dürften.
Nun könnte man von „nur“ einer Nacht im Pool ausgehen, doch aufgrund von Feiertagen ist von einem langen Wochenende die Rede, zudem leidet Bree an Diabetes und ist auf Insulin angewiesen.

Und damit das nicht genug ist, haben es die Damen noch mit einer fiesen Schlange zu tun, welche die beiden zu erpressen versucht. Zwar entstehen in diesem Zusammenhang kleine Logiklöcher und taktisch unkluge Verhaltensweisen, doch langweilig wird es zu keiner Zeit.
Zudem wurde den Mädchen ein Kindheitstrauma angedichtet, um der Angelegenheit trotz einiger Tauchgänge zum Gitter etwas mehr Tiefe zu verleihen.
Denn allzu viele Möglichkeiten, die doch recht dicke Fiberglasplatte zu zerbrechen, sind in einem Pool wahrlich nicht gegeben.

Handwerklich leistet Regisseur Matt Eskandari saubere Arbeit. Die Kamera ist immer nah bei den Protagonisten, sie bleibt angenehm ruhig und sorgt für die notwendige Übersicht.
Der Score hält sich insgesamt auffallend zurück, um in entscheidenden Momenten aufzudrehen, was gegen Ende fast ein wenig drüber anmutet.
Darstellerisch wird durch die Bank grundsolide und phasenweise auch eindringlich performt, nur Tobin Bell ist als mürrischer Bademeister ein wenig unterfordert.

Minimalistisches Setting, sehr simple Prämisse: Auch so kann man 86 Minuten problemlos füllen und dabei ein gesundes Maß an Spannung an die Oberfläche befördern.
Mal abgesehen von kleinen irrationalen Aussetzern eine durchaus mitfiebernde Angelegenheit in einer wahrlich beklemmenden Grundsituation.
7 von 10

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