Review

Welcome to the Jungle in Hell

"Firebase" ist, nach dem ebenfalls bockstarken "Rakka", der zweite Gratiskurzfilm, den uns Neill Blomkamps neues Oats Studio um die ihren haut. Und vielleicht ist dieses Ding hier sogar noch eine Spur eindrucksvoller und mitnehmender als sein Vorgänger im Geiste. Ob die Shortys etwas miteinander zu tun haben, weiß man noch nicht so genau. Alles ein großes Mysterium und keiner weiß, was da noch kommt. Ich hoffe viel! Denn "Firebase" ist ultraharte Kriegs-Sci-Fi-Action, die man so jahrzentelang nicht mehr auf großer Leinwand gesehen hat. Weit mehr als nur ein vorbildlicher Eintrag in die Computereffekte-Mappe der jungen Produktionsschmiede, bietet diese Vietnam-Splatter-Fantasy-Exploitaion Bilder und Stimmungen, die man so schnell nicht vergisst...

Die Handlung spielt im Jahr 1970, natürlich im Dickicht des Vietnamkriegs. Doch diesmal scheint hier Einiges nicht mit rechten Dingen zuzugehen, zerfledderte Soldatenleichen fangen an zu schweben und ein mystischer Flussgott macht von sich reden, der gottgleiche Fähigkeiten haben soll... "Firebase" hat etwas mehr Story und klassischen Aufbau als "Rakka", doch eigentlich sprechen auch hier die Bilder für sich. Er würde sogar komplett ohne Dialoge funktionieren. Apokalyptisch, alptraumhaft, effekttechnisch auf unfassbarem Niveau. Da kann sich so manch eine große Hollywood-Produktion eine Scheibe abschneiden. Der grieselige Grindhouse-Stil passt hervorragend zum modernden Dschungle aus verkohltem Fleisch und brennender Rache. Sci-Fi trifft auf Doku, Realismus des Krieges auf den siebten Kreis der Hölle. Wer schon immer mal eine Mischung aus "John Rambo" und "Hellraiser" sehen wollte, darf sich diese 25 Minuten nicht entgehen lassen.

Fazit: rau, hart, brutal, heftig - Sci-Fi trifft Vietnam-Krieg, "Predator" trifft "Apocalypse Now". Bessere Kurzfilme für Genrefans wird man dieses Jahr nur schwer finden... Es sei denn die Oats Studios toppen sich nochmal selbst. Mehr. Mehr. MEHR!

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