"Thief" ist das (Amateur-)Spielfilmdebüt von "Punk in Bonn"-Regisseur Moritz Hellfritzsch. Darin geht es um einen jungen Arbeitslosen namens Mario (Yannick Hehlgans), bei dem immer mehr Gegenstände unter mysteriösen Umständen verschwinden. Zuerst nur Unterhosen oder Feuerzeuge, später Bett und Fernseher, dann sogar ein schwuler Detektiv (Roland Seide), der von Mario hinzugezogen wird. Schließlich schaltet sich Parapsychologe Dr. Justus Preuss (Sebastian Badenberg) ein.
Was wie ein gemächliches Drama mit Mystery-Einschlag beginnt, mündet in einem spannenden Thriller, der auf großes Blutvergießen verzichtet und eher durch Atmosphäre und eine kurzweilige Story punktet. Die 63 Minuten Laufzeit vergehen quasi wie im Flug; im Gegensatz zu vielen vergleichbaren Indiefilmen haben sich hier kaum Längen eingeschlichen und man tat gut daran, den Film nicht künstlich (auf 90 Minuten) zu strecken.
Vor der Kamera kann besonders Hauptdarsteller Yannick Hehlgans überzeugen, der den Mario sehr glaubhaft und mit viel Hingabe verkörpert. Mit Sebastian Badenberg steht ihm ein Darsteller zur Seite, den man bereits aus zahlreichen Filmen kennt ("Break", "Slasher" oder "Roulette") und der als Parapsychologe eine gute Figur macht. Neben den Darstellern, unter denen sich auch einige Laien befinden, besticht "Thief" durch die tolle Musik, die Fans von John Carpenter oder Goblin gefallen dürfte, und die gelungene Kameraarbeit, die für einen Film dieser Budgetklasse überdurchschnittlich ist.
Man merkt dem Film zwar an, dass er nicht allzu teuer gewesen sein dürfte, doch dafür unterhält er erstaunlich gut und speziell Happy End-Hasser dürften eine Sichtung nicht bereuen. Genre-Spezis werden zudem die eine oder andere Anspielung entdecken.
Fazit: Guter Indie-/Amateurfilm mit guten Darstellern und dem richtigen Erzähltempo.