Review

Inhalt:
In der Wohnung des Hartz 4-Empfängers Mario verschwinden Dinge: Boxershorts, Feuerzeuge, Bettwäsche, TV, usw. Da die Polizei ihm nicht helfen kann (oder will?), wendet sich Mario an einen Privatdetektiv, der kurz darauf ebenfalls verschwindet und Videoaufnahmen hinterlässt, die seinen Suizid zeigen. Ein übersinnlich begabter Ermittler wird zur Hilfe gerufen und der findet heraus, dass der Grund für das Geschehen in Marios Vergangenheit liegt.

Kritik:
Mit THIEF – SOMEDAY YOU WILL PAY ist Spielfilmdebütant Moritz Hellfritzsch ein guter Einstand gelungen. Der Film braucht zwar etwas, bis die Spannung aufgebaut wird, lockert die Handlung aber immer wieder durch Alptraum-Szenen auf, die experimentellen Charakter versprühen und im Zusammenspiel mit der Musik von Thomas Mattern sehr gut kommen! Ein Wort noch zur Musik: die ist großartig! Ich habe THIEF letztes Wochenende auf dem Indigo Filmfest gesehen und habe immernoch einen Ohrwurm...
Zurück zum Film. Außer der Musik hat mir vorallem der Hauptdarsteller Yannick Hehlgans gefallen, bei dem ich mir gut vorstellen kann, dass er irgendwann mal in größeren Filmen zu sehen sein wird. Er spielt sehr gut und man fühlt mit ihm mit. Die Rolle des Ermittlers übernimmt Sebastian Badenberg, den man als Indigo-Besucher gut kennt, da er schon in vielen Indie-Perlen zu sehen war, so z.B. BREAK oder KÖNIG DER KANNIBALEN. Auch Co-Hauptdarstellerin Judith Ponwitz hat mir ganz gut gefallen, wobei man bei ihr manchmal merkt, dass sie über noch nicht allzu viel Schauspielerfahrung verfügt.
Leider kann man über den Film nicht viel mehr sagen, ohne zu sehr zu spoilern, denn die Auflösung rückt den Film, der eher ein Mysterythriller ist, dann doch ein wenig in Richtung Horrorfilm. Nur soviel: es geht um Hexen. Im Abspann-Song heißt es schließlich: You should not rob a witch!

Fazit:
Mir hat THIEF gefallen, auch wenn manche Szenen nicht so richtig verständlich sind, was aber typisch ist für Amateurfilme. Trotzdem präsentiert er sich sehr ambitioniert und die Story ragt aus dem Zombie-Splatter-Wald-Amateurfilm-Einerlei weit heraus. Hier hat jemand versucht, wirklich mal eine interessante Geschichte zu erzählen, anstatt nur auf Splatter und Gewalt zu setzen. (Keine Sorge. Ein bisschen Blut gibt es auch in THIEF!) Dieser Versuch ist dem Regisseur gelungen und ich bin auf weitere Arbeiten sehr gespannt.

7/10 Punkte

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