Zuweilen hat der deutsche Verleih echt kontraproduktive Ideen, denn „The Farm – Survive the Dead“ ist weder sonderlich populär, noch erwähnenswert gut. „American Gothic“ als dessen Fortsetzung zu vermarkten, obwohl es thematisch überhaupt nicht um Untote geht, kommt reichlich beliebig daher und dürfte bei versierten Horrorfans nur schwerlich Interesse entfachen.
Ein Gefangenentransport kommt im Niemandsland von der Straße ab, nur die Gefangenen Nick und Guy überleben und schleppen sich an einer gemeinsamen Fußfessel bis zur nächsten Farm durch. Das hier ansässige Paar Bill und Sarah denkt gar nicht daran den Flüchtigen zu helfen…
Wenn Fieslinge auf noch bösere Leute treffen, - eine zuweilen problematische Ausgangslage, weil meistens keine Figur sympathisch rüberkommt und ein späteres Mitfiebern weitgehend ausbleibt. Auch hier fällt es schwer Partei zu ergreifen, denn Nick entpuppt sich als impulsiver Egoist, während Guy eher der schüchterne Typ mit moralischen Bedenken ist, jedoch nicht als Überlebenskämpfer taugt. Das Paar ist indes austauschbar und schürt grundlegend keine Furcht, die Motivation für ihr Handeln bleibt lange ungewiss.
Zwischen Home Invasion und leichten Terroreinlagen will kaum Spannung aufkommen, zumal die Kamera stellenweise arg beliebig hantiert und ein wenig amateurhaft arbeitet und auch die Mimen vermögen kaum zu überzeugen, was gleichermaßen auf die mangelhafte Synchro zutrifft. Der Schauplatz der abgelegenen Farm liefert immerhin einige morbide Passagen, die wenigen handgemachten Gewalteinlagen wie Bohrer im Bein und Stich in den Hals sehen okay aus, doch das oben erwähnte Mitfiebern findet allenfalls auf Sparflamme statt.
Was die Chose final ein wenig aufwertet, ist die Motivation der Farmbewohner, einhergehend mit zwei eher unerwarteten Twists im letzten Drittel. Dieses beinhaltet zwar einige Logiklücken, ist innerhalb des beliebigen Redneck-Gemetzels jedoch ein positiver Ansatz.
Dass die Geschichte mal wieder auf einer wahren Begebenheit beruht, darf derweil bezweifelt werden, obgleich ein derartiger Fall nicht undenkbar erscheint.
Tatsachen hin und her, - hier wird zu wenig Terror ausgeübt, es fließt zu wenig Blut, niemand handelt wirklich perfide und das Tempo ist trotz der kurzen Laufzeit von nur knapp 75 Minuten nicht übermäßig flott. Finale Wendungen kaschieren nicht viel, wenn der Stoff wie ein C-Film anmutet und im Endeffekt keine Identifikationsfigur zum Mitfiebern gegeben ist.
4,5 von 10