„Alles zurück auf Anfang“ dürfte wohl das Stichwort beim Regiedebüt von Christopher Lawrence Chapman gewesen sein, nicht nur auf handwerklicher Ebene. Handlungen mit Zeitschleifen haben natürlich so ihre Tücken, denn rasch entstehen Logiklöcher oder Kontinuitätsfehler, die oftmals nur durch eine hanebüchene Auflösung gerechtfertigt werden können. Ist hier auch so.
Eben noch befand sich Amy (Danielle Harris) im Stau, als sie plötzlich in einem Krankenhaus erwacht, aus dem es kein Entkommen zu geben scheint. Diverse Male erlebt Amy einige Situationen wieder und wieder und trifft im Verlauf auf Ryan (Jeff Denton) und Jen (Katie Keene), welche ebenfalls versuchen, einen Weg aus der Zeitschleife zu finden…
Halbwegs versierte Filmfreunde ahnen nach etwa 15 Minuten, welche Pointe am Ende wahrscheinlich sein dürfte: Entweder Amy ist tot oder befindet sich wahlweise in einer Art Zwischenwelt oder sie ist schlichtweg durchgedreht. Anbei wird noch Hurrikane Sybil ins Spiel gebracht, der eine paradoxe Zeitanomalie ausgelöst haben könnte, was allerdings keine Begründung für das aggressive Verhalten einiger Ärzte und Pfleger darstellt.
Mit jenen gehen immerhin einige deftige Gewalteinlagen einher, welche nahezu ohne CGI auskommen. Zwar ist oftmals nur das Resultat zu sehen, doch es gibt offene Bäuche mit Gekröse, Schnitte mit einem Skalpell, ein frei gelegtes Hirn und Scherben in der Fußsohle.
Anders als bei den Zeitschleifen in „Blood Punch“ wird hier allerdings wenig Abwechslung geboten und etwaige Abläufe, Variationen oder Steigerungen wirken arg beliebig. Nahezu gleich bleibt nur, dass Amy im Stau steht, rasch die Cops alarmiert und anschließend im Hospital erwacht. Mal trifft sie auf Ryan als Cop im Dienst, dann im Patientenhemd, einerseits latscht Jen aufgetakelt durch die Gänge, um später völlig desorientiert in der Ecke zu liegen. Kaum etwas baut aufeinander auf, gesammelte Erfahrungen werden kaum genutzt und so wacht Amy etwa zwanzig Mal auf, ohne dass sich ein erkennbares Puzzle herauskristallisiert.
Nach einer erahnbaren Pointe folgt final eine weitere Wendung, welche immerhin nicht von vornherein auf der Hand lag, im Kontext jedoch ein wenig abstrus anmutet, - zumindest, was die psychologischen Erklärungsversuche betrifft.
Vielleicht hat sich Chapman für sein Debüt ein wenig zuviel vorgenommen, obgleich die Kamera ein paar dynamische Fahrten hinbekommt und einige Szenenwechsel recht schick aussehen. Zwar offenbart die Atmosphäre im Hospital eine leicht bedrückende Grundstimmung, doch aufgrund der zu wenig ausgefeilten Dramaturgie fördern die Abläufe in der Zeitschleife wenig Spannung zutage. Trotz ambitionierter Ansätze allenfalls Durchschnitt.
5 von 10