Review

Dieses Review ist ein Novum für mich:

Ich werde hier anfangen und in einem anderen Film abschließen.

Der Kaiser und sein Attentäter ist thematisch gesehen dieselbe alte Sage wie Hero mit Jet Li, nur mit einem anderen Ansatz gedreht worden. Daher werden in diesem Review, welches im Review zu Hero seinen Abschluß finden wird, beide Ansatzpunkte betrachtet und kritisch gewürdigt werden. Zumnindest erscheint mir dieser experimentelle Ansatz als lohnenswert, obs tatsächlich funktioniert sei mal dahingestellt.

Die bekannte Geschichte ist die eines Attentäters, dem es nicht gelingt, den ersten chinesischen Kaiser zu töten, nachdem dieser das Reich vereint hat. Nun zu den Filmen.


Teil 1: Der Kaiser und sein Attentäter
Hier wird der Ansatz gewählt, wie sehr Macht einen Menschen korrumpieren kann, dass je näher man seinem Ziel kommt, desto weiter man sich eigentlich davon entfernt, zu welchen Grausamkeiten der Mensch in der Lage ist, Loyalität, Liebe Verrat, Bestimmung, gesellschaftspolitische Aspekte werden durchleuchtet. Intrigen und Ränkespiele werden detailliert betrachtet, Mord unter Geschwistern in einem Königshaus, welches ja tatsächlich öfter an der Tagesordnung war als man glauben will, wird dargestellt.All das in einem nach einem extrem zähen und schwer zugänglich anmutenden Anfang in einem faszinierenden, teilweise verstörenden, aber immer betörenden Film.
Diese Verfilmung könnte nicht idealistischer anfangen: Ein charismatischer gutherziger König möchte zum Wohl des gesamten chinesischen Volkes alle Völker vereinen, er scheint geradezu prädestiniert dafür zu sein. Um unnötiges Blutvergiessen zu vermeiden, greift er mit seiner Geliebten auch mal zu politischen Intrigen und solchem zurück. So schmiedet er auch mit ihr den Plan, dass ein Attentat auf ihn verübt werden soll, welches er überlebt, wodurch seine Stärke nur noch mehr unterstreicht werden soll, und seine Gegner sich ihm eher beugen würden.Hierfür gilt es nun den richtigen Mann zu finden. Also macht sich seine Geliebte auf den Weg, um den Attentäter, der ja eigentlich keiner sein soll, ausfindig zu machen.
Während dieser Zeit ist der König alleine den Intrigen am Hof ausgesetzt, muß sich dem neuen Mann seiner Mutter widersetzen, seine wahre Herkunft herausfinden und vor der Öffentlichkeit geheim halten, ja sogar seine eigenen Geschwister töten. Als dann schließlich auch noch sein tatsächlicher Vater sich zum Wohle des großen Ganzen vor seinen Augen erhängt, verliert der einst so gute König das letzte bisschen Güte und Menschlichkeit, welches ihn noch bis vor kurzem so sehr auszuzeichnen schien. Fortan gilt für ihn nur noch, mit aller Macht sein Ziel zu erreichen, diesmal jedoch nicht mehr aus edlen und ideelen Motiven, sondern weil es seine ihm in die Wiege gelegte Verpflichtung zu sein scheint. Menschlich zerbricht er an dieser Herausforderung, zurück bleibt eine seelenlose aber sehr sehr mächtige Hülle, die sich nunmehr Kaiser schimpfen darf.

Der auserwählte Attentäter auf der anderen Seite ist anfangs ein skrupelloser Killer, der als er ein blindes unschuldiges Mädchen tötet, fortan nicht mehr töten will und nur mit sehr viel Mühe von der Geliebten des Königs dazu überredet werden kann, das Attentat zu verüben.

Doch nach allem was der König mittlerweile dem Volk antut, wandelt sich die Ansicht der Geliebten und wandelt sich schließlich in offenen Haß um, als er die Kinder eines ganzen Volkes abschlachten lässt, nur um ein Exempel zu statuieren.
Der Abschluß des Films ist dann das Aufeinandertreffen des Kaisers und des Attentäters, welches der Attentäter nicht überlebt. Schließlich verlässt die Geliebte den Kaiser, der zwar alles erreicht und aber auch alles verloren zu haben scheint.
Der Film ist keinesfalls ästhetisch bebildert, hat eine teilweise dreckige Charakterzeichnung und Helden sind Mangelware. So kommt es auch nicht von ungefähr, dass der Endkampf mehr als nur ungelenk ist und sogar die angeblichen Leibwächter des Kaisers aus Angst fliehen. Aber gerade das macht den Reiz dieses Films aus, die Figuren sind allesamt mehr als nur menschlich, so ist ihr Scheitern auch nur eine logische Konsequenz. Auch die Aussage, dass Macht korrumpiert, und absolute Macht absolut korrumpiert, wird hier meisterlich in Szene gesetzt.Begleitet wird die nahezu perfekte Inszenierung durch grandiose schauspielerische Leistungen aller Schauspieler.
Besonders hervorzuheben ist die Kritik am Machtgebahren mancher Menschen und der Unbarmherzigekit der politischen Entscheidungen. Halte ich gerade bei einem chinesischen Film für sehr positiv.
Daher bekommt der Film hier schon mal seine 8 Punkte.
Ein weiterer wichtiger Aspekt wird im weiteren Verlauf, also im anderen Review (siehe Hero), weiter unten betrachtet werden.....

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