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Überdurchschnittliche Intelligenz, Egozentrik und maßloser Übermut machte anno 1924 die Studenten Leopold und Loeb in Chicago zu Mördern, als sie nach monatelanger Planung einen vierzehnjährigen Jungen umbrachten, aufgrund von Nachlässigkeiten jedoch kurz darauf erwischt wurden. Dieser Fall diente als Vorlage für Hitchcocks „Cocktail für eine Leiche“, Jahrzehnte später für „Mord nach Plan“. Auch Autor und Regisseur Jose Prendes orientierte sich vage an den damaligen Begebenheiten.

Die reichen und wohl erzogenen Halbbrüder Charles und Thomas planen den perfekten Mord uns suchen das ebenso perfekte Opfer, welches sie in der Kellnerin Genevieve sehen. Vielmehr der dominante Thomas, denn Charles ist im Begriff, sich in die junge Dame zu verlieben…

Prendes gibt sich auf den Pfad zweier ungleicher Halbbrüder, welche beide sehr unsympathisch rüberkommen, wobei Thomas stets überheblich und arrogant erscheint, während Charles das Muttersöhnchen gibt, welches sich um die alkoholkranke Alte (Barbara Crampton) kümmert und Frauen gegenüber sehr schüchtern und unsicher ist. Nach einem ersten Mord kommt derweil Officer Homer (Ken Foree) ins Spiel, dem seherische Fähigkeiten nachgesagt werden.

Eigentlich gute Vorraussetzungen für eine Hatz mit Tiefgang, doch Prendes inszeniert dermaßen neben der Spur, dass es eine Menge Geduld erfordert, dem minimalistischen Treiben beizuwohnen, welches insgesamt nur fünf verschiedene, sehr einfach gehaltene Lokalitäten bietet. Autofahrten per Greenscreen werden indes mit Farbfiltern verfremdet, kurze Inserts von einer Nackten oder angedeuteten Gewalttaten sollen Gedankengänge der Unholde visualisieren, wozu sich später theatralische Gesichtsakrobatik von Charles gesellt und dem ohnehin unspannenden Treiben einen Nervfaktor verleiht.

Das Original fällt mit einigen Hammerschlägen und dem Zerschlagen eines Schädels per Stein einigermaßen blutig aus, doch die FSK zeigte sich mal wieder gnadenlos und entfernte knapp drei Minuten, was die Angelegenheit für Gorehounds komplett inakzeptabel gestaltet.
Sonderlich aufwerten können die handgemachten Effekte das Treiben nicht, genauso wenig wie einige Nackteinlagen und die Gastauftritte von Crampton und Foree, wobei diese zumindest noch einigermaßen glaubhaft performen.

Obgleich Prendez nicht den Weg üblicher Ermittlungsarbeiten und das Ausschlachten von Einzelheiten diverser Planungen geht, verkommt sein sparsam inszeniertes Werk zu einer Posse mit surrealem Touch, dem es an Tiefe, Dynamik und Abwechslung mangelt.
Die lieblos gestalteten Sets und der übermäßige Einsatz von Farbfiltern geben dem Werk den Rest.
3 von 10

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