Review

Nach seinem teils exzessiv in Body-Horror getauchten „Bite“ lässt es Regisseur Chad Archibald ein wenig ruhiger angehen und widmet sich dem Okkulten. Dabei geht er erneut recht minimalistisch zu Werke, was beinahe in einem Kammerspiel mündet.

Vor fünf Jahren wurde Gloria (Nina Kiri) von einer Selbstmordsekte entführt, die sich während des Heuschreckenmondes opferte. Kaum vom Trauma erholt, wird sie eines Abends erneut entführt. Thomas (Ry Barrett), gibt vor, sie vor der Sekte schützen zu wollen, da diese den Dämon Abaddon heraufbeschwören will, welcher bereits von Glorias Körper Besitz ergriffen haben soll…

Die ersten Minuten spielen recht geschickt mit der Erwartungshaltung des Zuschauers, als sich Gloria hilflos auf einem Opfertisch fixiert, den mit Holzmasken ausgestatteten Sektenmitgliedern ausgeliefert sieht. Ein Alptraum? Eine Rückblende? Die Initiierung des Bösen oder womöglich eine Folgeerscheinung eines noch nicht verarbeiteten Traumas?
Einige Zeit lässt Archibald diese Fragen offen, indem er auch zwischendurch mit vermeintlichen Halluzinationen und Visionen spielt, was zumindest in Ansätzen von Kreativität zeugt.

Denn ansonsten ist die Umsetzung arg sparsam ausgefallen. Es wirken lediglich drei Hauptfiguren mit, als Hauptschauplatz dient das austauschbare Interieur einer Holzhütte, während sich die immerhin handgemachten Gewalteinlagen in Grenzen halten. Zwar gesellen sich vereinzelte Elemente aus der Abteilung Körperhorror hinzu, doch so brachial ekelig wie bei seinem Vorgänger geht es beileibe nicht zu.

Als weiteres Manko entpuppt sich ein früh eingestreuter Twist, dem keine weiteren Wendungen mehr folgen, woraufhin die Chose weitgehend vorhersehbar ausfällt.
Uninspiriert schleppt sich das Szenario zum wenig dynamischen Showdown, welcher immerhin mit einer minimalen Pointe aufwartet, wobei die visuelle Umsetzung nah an der Grenze zum Trash liegt.

Die wenigen Mimen vermögen die Angelegenheit nicht aufzuwerten, obgleich Hauptdarstellerin Nina Kiri nett anzusehen ist. Mit ausgefeilter Mimik hat sie es allerdings nicht so, während Ry Barrett als Entführer und vermeintliches Sektenmitglied stets zum Overacting neigt. Lediglich Jorja Cadence als Love Interest und unberechenbare Instanz bringt ein paar überzeugende Momente ein, wobei die insgesamt miese Synchro dies kaum adäquat zu transportieren vermag.

Entsprechend schleppen sich die 87 Minuten, in denen es kaum zu spannenden und nur selten zu atmosphärischen Momenten kommt. Der dünnen Story mangelt es an Inspiration und Abwechslung, die Spezialeffekte sind an einer Hand abzuzählen und ist es beinahe gleich, ob ein Dämon erscheint, eine Metamorphose vollzogen wird, oder doch nur alles ein Hirngespinst ist.
3,5 von 10

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