Da wir in Österreich und Deutschland leider sehr lange warten mussten bis der Film endlich auch bei uns ins Kino kam, war die Freude bei mir natürlich umso größer wieder einmal einen Jackie Chan Film auf Großleinwand bewundern zu können. Da die Trailer und Clips auch diesmal wieder gute Unterhaltung waren, ging ich mit relativ großen Erwartungen in das Kino. ( Auch mit dem Hintergedanken im Kopf, dass seine letzten beiden Filme The Tuxedo und das Medallion eher durchwachsen waren)
Nichts desto trotz ließ ich mich nicht abschrecken. Als ich den Film dann im Kino gesehen habe, stellte ich fest, dass meine Erwartungen sogar noch übertroffen geworden sind. Und den Reaktionen des Kinopublikums zu urteilen, ging es den meisten sicher genauso.
Die Story ist bei diesem Film zwar besser als jene in Jackies Hongkong Filme, aber dennoch belangloser als in Shanghai Noon. Klar Jackies Filme hatten noch nie eine wirklich innovative Story, aber Leute wie mich, die sich bei einem Film einfach nur unterhalten wollen und nicht so viel Tiefgang wie in Titanic oder Herr der Ringe brauchen, wird es nicht sonderlich stören.
Die wahrscheinlich größte Stärke des Films sind sicher die Charaktere. Da hätten wir zum einen das Duo Chan/Wilson die wirklich eine einmalige Sympathie entwickeln bei denen der Zuschauer dass Gefühl bekommt er kenne die beiden schon seit Ewigkeiten. Klar die beiden gehören nicht zu jene Leute bei denen man´sagen kann, dass sie Schauspieler wären die einen Oskar verdienen. Die beiden gehören eher zu den Leuten, die das Publikum unterhalten wollen, und genau das schaffen sie.
Als hübsche Beigabe gibt es noch Fann Wong, die nicht nur optisch, sondern auch schauspielerisch überzeugen kann. Dann hätten wir noch Donny Yen, der zwar für meinen Geschmack eine etwas zu kleine Rolle hat, obwohl er einer der Bösewichter ist. Zum krönenden Abschluss hätten wir noch Aiden Gillen der mich zumindest stark an Alec Baldwin erinnert. Soweit so gut.
Kommen wir nun zum Humor. Manche behaupten der Humor wäre in Shanghai Knights schlechter als in Shanghai Noon. Mir persönlich gefällt er besser als in Shanghai Noon. Klar es hat nicht jeder Scherz den gleichen Effekt, aber im großen ganzen kann man sagen, dass der Humor auf der ganzen Linie überzeugt. Positiv sind auch noch die unzähligen Klischees, die Shanghai Knights irgendwie einzigartig machen. Hier bekommt die Geschichte Londons und einige ihrer Persönlichkeiten mächtig eins auf die Mütze. Das Duo erfindet rein zufällig Sherlock Holmes, Jack the Ripper wird von der Brücke geschmissen, Roy versucht der leiblichen Leibgarde der Queen eine Gesichtsregung abzujagen und so weiter und so fort.
Mit der Action hat es in Shanghai Knights glücklicherweise auch sehr gut geklappt, als in Jackies anderen Hollywood Filmen. Jackie kämpft mit einer unheimlichen Präsenz, bei dem der Zuschauer aus dem Staunen nicht mehr herauskommt. Höhepunkt dürfte hier der Kampf Singing in the Rain sein, in dem er mit Schirm, Charme und Zitrone eine Hommage an Gen Kellys Singing in the Rain hervorzaubert. Spätesten nach diesem Fight wird jedem klar sein, dass keiner seine Gegner so elegant und genial aus dem Weg räumt. Klar, Jackie wird auch nicht jünger und er erreicht nicht mehr das Tempo, dass er in seinen früheren Filmen erriecht hat, aber trotzdem schafft er es in diesem Film mit einer wirklich einmaligen Choreographie dieses Manko wieder zu beseitigen. Im Laufe des Films wird einem so einiges an Prügeleien geboten, Ein weiterer Höhepunkt dürfte der Kampf Jackie gegen Donny Yen sein. Der einzige Kritikpunkt hierbei ist, dass der Kampf doch etwas kurz geraten ist. Dafür hätte man lieber bei dem Kampf im Glockenturm etwas kürzen können. Aber dafür bekommen wir zumindest einen ähnlichen Turmuhrstunt zu sehen wie in Project A. Also wenn störts.
Extrem gut gefällt mir bei dem Film die unzähligen Sets, bei dem einem richtiges Londonfeeling aufkommt. Auch die Outtakes sind wieder sehr unterhaltsam und beweisen, dass Jackie noch immer fast alle seiner Stunts selber macht.
Fazit: Eine wirklich gelungene Fortsetzung mit hohem Popkornfaktor. Also an alle Couch Potatos. Hirn raus, Film rein.