Das Duo Jackie Chan und Owen Wilson macht sich auf die Suche nach dem Mörder von Chans Vater, dessen Spur sie nach London führt. Während die beiden bei ihren Ermittlungen einen Komplott aufdecken, mit dem das britische Königshaus gestürzt werden soll, versucht Chan seinen liebeskranken Freund von seiner Schwester fern zu halten.
"Shanghai Knights" ist mal wieder ein Musterbeispiel für ein Sequel, das alle wesentlichen Bestandteile des ersten Teils übernimmt und durch wenige Innovationen hinter diesem zurückbleibt. Darüber hinaus ist "Shanghai Knights" auch ein Musterbeispiel für einen Jackie Chan-Film, bei dem die Story einmal mehr in diversen Kampfszenen und pseudo-humoristischen Einlagen versinkt. Während beim ersten Teil die wesentlichen Elemente der Western- und Eastern-Genres wenigstens einigermaßen sinnstiftend miteinander kombiniert wurden, ist die Story diesmal ein endgültiger Totalausfall, der wirklich kein einziges Klischee des Genres auslässt. Die Charakterkonstruktion ist dabei selbstverständlich genauso flach, wie beim ersten Teil und auch die Wendungen sind erneut überaus flach, vorhersehbar und unrealistisch. Außerdem nervt die überflüssige Love-Story zwischen Wilson und Chans Schwester, die zwar den einen oder anderen amüsanten Moment liefert, dafür aber die Story noch weiter ausbremst. Und auch die geschichtlichen Zufälle, die die beiden bei ihren Ermittlungen erleben, nerven zum Ende hin.
David Dobkin tritt mit "Shanghai Knights" die Nachfolge von Regisseur Tom Dey an und nach "Clay Pigeons" ist dies seine gerade einmal zweite Regiearbeit. Er kann weder eine amüsierende, noch eine gespannte Atmosphäre aufbauen kann somit nicht einmal einen Ansatz von Spannung erzeugen. Was jedoch am meisten nervt ist, dass die typischen Wilson-Sprüche aus Teil 1 einfach übernommen wurden und dass der gesamte Humor des Films an seiner Stereotype und seiner Ideenlosigkeit krankt. Der eine oder andere gelungene Gag mag dabei sein, aber die Trefferquote des Duos Chan und Wilson ist nicht sonderlich hoch. Darüber hinaus gibt es wie schon in "Shanghai Noon" mal wieder die typischen Chan-Action-Sequenzen zu sehen, die bei Chans x-ten Film mittlerweile auch kaum noch beeindrucken können. Da die substanzlose Story ziemlich schnell abgespult wird, ist der Film zu keinem Zeitpunkt wirklich langweilig, aber gelungenes Popcorn-Kino kann man dieses verkorkste Endprodukt auch nicht nennen.
Jackie Chan spielt wie immer nicht sonderlich gut, kann seine schauspielerischen Defizite jedoch durch seine gut choreografieren Kampf-Szenen und seine sichtlich gute Laune bestens ausgleichen. Nach "Rush Hour" und "Shanghai Noon" versucht er sich mal wieder an einer Komödie und scheitert an seinem ideenlosen Humor. Owen Wilson ist ebenfalls sichtlich gut gelaunt und liefert mit seinem überaus großen Mundwerk wenigstens ein paar amüsante Momente, wobei auch er seit dem ersten Teil ziemlich abgebaut hat. Die beiden harmonieren ganz gut zusammen, aber nur weil die beiden Hauptdarsteller Spaß an dem Schrott haben, den sie produzieren wird ein Film auch kaum besser.
Fazit:
Jackie Chan fällt wirklich nichts Neues ein. Mit dem üblichen Haudrauf-Humor, ein paar Action-Szenen und einer schwachen Story präsentiert er das verkorkste Sequel zu "Shanghai Noon". Der Film kann trotz der beiden gut gelaunten Darsteller nur mäßig unterhalten und ist somit im unteren Mittelmaß anzusiedeln. Nur was für Jackie-Chan-Fans.
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