Da ich zu denjenigen gehöre, die sich mit "Shanghai Noon" nie so richtig anfreunden konnten, war ich etwas skeptisch was den Nachfolger Shanghai Knights angeht. Zusätzlich hatte ich ein schlechtes Gefühl, weil ich Jackie Chans beide letzten Filme leider noch in zu guter Erinnerung habe. Um so überraschter bin ich nun nach dem ich den Film gesehen habe. Das ist wirklich beste Popcorn Unterhaltung, wie man sie insbesondere von Chan, seit langem nicht mehr gesehen hat.
Hier wird ein einziges Feuerwerk an Gags (mal gut, mal weniger gut) und aberwitzigen Fights geboten. Das Jackie Chan zu dem noch seinen erklärten Vorbildern, Fred Astair und Charlie Chaplin, auf sehr scharmante Art und Weise die Ehre erweist zeigt wie sehr Jackie Chan an diesem Film Spaß hatte.
Die Story kann man dabei getrost vergessen. Der Vater von Chon Wang (Jackie Chan), der der Hüter des Kaiser Siegels ist, wird ermordet. Nach dem er einen Brief von seiner Schwester Lin (Fann Wong) bekommen hat, macht er sich zunächst auf den Weg nach New York um dort von Herzensbrecher und Sprücheklopfer Roy (Owen Willson) sein Geld haben möchte. Dummerweise hat der alles verzockt und macht sich mit Chon zusammen auf den Weg nach London, wo Lin inzwischen den Mörder entdeckt hat.
Was dann in England folgt, ist ein herrliches spielen mit Klischees und Vorurteilen. Natürlich ist das alles schon zig mal in Filmen vorgekommen aber so charmant und in so geballter Ladung hat man das wohl selten gesehen.
Unterbrochen werden diese an Wortwitz reichen Szenen immer wieder durch herrlich choreographierte Kampfszenen, in denen Jackie Chan sein gesamtes Können präsentieren kann Herausragend hierbei der Kampf ( eher schon Tanz) mit dem Regenschirm, der eine herrliche Hommage an Gene Kellys Tanzeinlage zu "Singing in the Rain" darstellt. Aber auch die anderen Kampfeinlagen brauchen sich hinter dieser nicht zu verstecken und so gibt es dann, endlich mal wieder, einen wild Kämpfenden jackie Chan, der jedes erdenkliche Hilfsmittel benutzt um seine Gegner zu bezwingen. Wirklich grandios.
Das neben de beiden Hauptdarstellern wenig Platz für die anderen Darsteller bleibt versteht sich wohl von selbst. Und doch gelingt es insbesondere Fann Wong eine tolle Leistung abzuliefern, und so ganz nebenbei darf sie auch noch reichlich Kampfkunst zeigen.
Mit Donnie Yen und Aidan Gillan hat man zwei Bösewichte mit reichlich Potenzial zur Hand. Leider gelingt es aber nur Aidan Gillan als Lord Rathbone eine herrlich überdrehte dauergrinsende Bad Guy Performance vom Feinsten abzuliefern. Donnie Yen wird leider zu wenig Screentime zu gesprochen und auch Kämpfen darf er erst zum Schluss. Schade, da hätte man sich mehr gewünscht.
Das der Film dann letztlich doch nicht voll überzeugt liegt an den Special Effekts, die zwar spärlich eingesetzt werden, dann aber immer äußerst lächerlich wirken. Egal ob nun der finale Abseilakt am Big Ben oder das Feuerwerk auf der Themse. Das sieht einfach zu billig aus. Auch die Panoramaaufnahmen von New York und London können nicht wirklich begeistern. Doch das sind eher Kleinigkeiten durch die man sich den Spaß an diesem Film sicher nicht verderben lassen kann, und Spaß macht Shanghai Knights eine Menge.
Als Fazit muss man sagen, das es Jackie Chan zum Glück mal wieder geschafft hat, in einen Film voll zu überzeugen. Das der Film sich zudem nicht allzu ernst nimmt macht einen Großteil des Spaßes aus. Sicher kein Pflichtfilm, aber bestes Unterhaltungskino mit einem Spielfreudigen Duo Chan/Willson, das sich wirklich gesucht und gefunden hat. Zudem gibt es noch nette Anspielungen auf die "Geschichte" der Briten. Denn wer wusste bisher schon, dass es eine Asiatin war, die Jack the Ripper zur Strecke brachte und es zwei Cowboys waren, die Sir Arthur Conan Doyle zu Sherlock Holmes und Dr. Watson inspirierten?