Review

„Shanghai Knights“ ist eine ganz nette Fortsetzung des Erfolgsfilms, reicht aber nicht an ihn heran.
Chon Wang (Jackie Chan) ist immer noch Sheriff im Wilden Westen, weshalb sich sein Vater von ihm losgesagt hat. Sein Vater (Kim Chan) und seine Schwester Chon Lin (Fann Wong) leben noch in China, doch auch bei ihnen ist mit der Ruhe vorbei: Der verbrecherische Lord Nelson Rathbone (Aidan Gillen) stiehlt ein Siegel, das sie behüten, und ermordet dabei Chons Vater, wovon ihn auch Chon Lin nicht abhalten kann. So präsentiert der Anfang eine ganz nette Kampfszene, in der man ausnahmsweise mal nicht Jackie prügeln sieht.
Chon erhält die Nachricht vom Tod seines Vaters, hängt seinen Job als Sheriff an den Nagel und sucht seinen alten Freund Roy O’Bannon (Owen Wilson) in New York auf, der seinen Anteil von der Gold aus Teil eins verwaltet. Doch leider hat Roy die Knete verprasst, muss als Kellner arbeiten und kann Chon das Geld für die Überfahrt nicht geben. Als die beiden aufgrund einer Frauengeschichte (an der natürlich wieder Roy Schuld hat) fliehen müssen, schmuggeln sie sich im Gepäck nach England. Die Szene in dem Hotel ist witzig, aber zeigt sich hier schon die episodenhafte Struktur des Films.

In England treffen die beiden alsbald auch auf Chon Lin, in die sich Roy auf der Stelle verliebt, was Chon gar nicht gerne sieht. Doch die Rache an dem Mörder gestaltet sich nicht sehr einfach: Lord Rathbone ist ein angesehenes Mitglied der Gesellschaft, dem sie nichts anhaben können. Dabei plant dieser insgeheim eine Verschwörung ungeahnten Ausmaßes...
„Shanghai Knights“ ist ein ganz nettes Sequel, das allerdings in erster Linie nur die Figuren des Vorgängers aufgreift. Denn hier kloppen und kalauern sich die beiden durch das England des Jahres 1887. Die Story ist dabei eher eine Folie für die Gags und Kampfszenen des Films und wirkt sehr episodenhaft. Denn die verschiedenen Schauplätze sind nur notdürftig durch die Rächerstory miteinander verbunden, weshalb die Spannung auch nur durchschnittlich ist. Doch die Inszenierung kommt recht temporeich daher, so dass es nicht langweilig wird.
Die Witze sind ganz nett und bieten ein bisschen Chan-typischen Slapstick, vor allem aber Wortwitz. Dieser ist recht witzig, wirklich große Brüller gibt aber es nicht so viele (z.B. Roys Elternspruch zu dem Waisenkind). Zudem gibt es immer wieder ein paar Verweise und Zitate auf kulturelle und geschichtliche Events oder Personen wie z.B. Sherlock Holmes, Jack The Ripper oder Charlie Chaplin. Insgesamt ist der Film etwas mehr auf Comedy als auf Kloppe zugeschnitten, womit Chan seinen Vorbildern aus dem Komödiengenre etwas näher kommt.

Auch in den Kampfszenen eifert Chan sehr den von ihm favorisierten Komikern wie z.B. Buster Keaton nach. Die meisten Kampfszenen enthalten zwar das typische Zweckentfremden von Gegenständen, was auch halbwegs spektakulär ist, sind aber noch weitaus komödiantischer angelegt als frühere Filme Chans. Als Referenz an Chans Vorbilder sind die Kampfszenen zudem mit Musik unterlegt, die an jene alten Komödien erinnert, was etwas befremdlich wirkt. Deutlich verschenkt ist Donnie Yen, der nur einen Kampf am Ende hat, in dem seine Fähigkeiten gar nicht richtig zur Geltung kommen.
Jackie Chan und Owen Wilson geben ein wiederholt gut harmonisierendes Duo ab, zwischen dem die Chemie stimmt. Donnie Yen und Aidan Gillen sind relativ überzeugende Bösewichte und auch Fann Wong macht ihre Sache gut. An den Nebendarstellern gibt es auch nichts zu motzen.

„Shanghai Knights“ ist eine durchaus witzige und unterhaltsame Fortsetzung, aber weder Gags noch Kämpfe sind wirklich herausragend, das es zum größeren Wurf fehlt.

Details
Ähnliche Filme