Frank Abagnale ist ein Träumer: Seine Frau hat ein Verhältnis, die Ehe ist zerrüttet, sein Geschäft am Ende, die Schulden erdrücken ihn - und nein, das Finanzamt wird ihn ganz sicherlich nicht vergessen. All das will er so gar nicht sehen, für ihn ist die Welt bestens in Ordnung. Sohn Frank junior versucht die Familie zu retten - indem er wegläuft und seinen eigenen Weg geht. Als Betrüger und Hochstapler versucht er all das, was seine Familie verloren hat wieder zu gewinnen. Er will es besser machen als sein geliebter Vater, um sich selber und ihm zu beweisen: wir können es, als Familie sind wir stark - und ich muß jetzt mein Scherflein zum Glück beitragen.
Frank jr. ist je nach Bedarf Französischlehrer, Pilot, Rechtsanwalt, Arzt oder etwas anderes - er ist das, was die Gesellschaft von ihm verlangt. Dabei driftet er immer weiter in Welten ab, die nicht mehr greifbar sind, die bei weitem das übersteigen, was er zu Beginn erreichen wollte. Seinen Lebensstil finanziert er durch Scheckbetrug im großen Stil. Nichtmal seine große Liebe und zukünftige Ehefrau kennt letztlich seinen Namen und ahnt was er wirklich ist. Natürlich hat Frank auch Feinde: Polizist Hanratty jagt ihn quer durch Amerika, verfolgt seine Spuren sogar bis Europa.
Das Katz-und-Maus-Spiel zwischen Cop und böser Bube ist sicherlich nicht neu, aber mit dieser herzlichen und erfrischenden Komödie gelingt Steven Spielberg endlich wieder ein Kassenschlager, der gleichzeitig unsere Herzen erobert. Wir fiebern für Frank einerseits, können den spröden Hanratty aber andererseits genauso gut verstehen bis sich sogar leise Sympathien regen.
Leonardo Di Caprio scheint die Rolle auf den Leib geschnitten, er amüsiert sich sichtlich in seiner kindlichen Rolle und genießt das vogelfreie agieren. Christopher Walken mimt den alten Herrn sorgfältig und glaubhaft, Tom Hanks den spröden Cop beinahe zu forrest-gumpig. Lediglich Martin Sheen ist deutlich zu kurz zu sehen.
Kurzweilig und unterhaltsam - eine Komödie ohne Verlierer.
(8/10)